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Erstellt:  Samstag, 17. Juni 2017

Spannung, Enttäuschung, Dankbarkeit: emotionale Achterbahnfahrt bis zur Einweihung des neuen Spielgeräts im Hilderser Kindergarten

Ein kleines Haus, gebaut aus Holz und Solidarität

HILDERS. Gemeinschaftssinn und Hilfsbereitschaft gehören zu den Kompetenzen, die Kinder im  Kindergarten „St. Bartholomäus“ in Hilders lernen sollen. Ein Beispiel dafür, wie Solidarität funktionieren kann, haben sie nun direkt vor Augen: ein Spielhaus, das bis zu seiner Einweihung ein Wechselbad an Gefühlen bei Erzieherinnen, Eltern, Kindern und sogar Außenstehenden hervorgerufen hat.

Nachdem 2010 die Einrichtung baulich so erweitert wurde, dass auch unter dreijährige Kinder betreut werden können, blieb kein Geld mehr für die Anschaffung eines Außenspielgeräts übrig. Deshalb begann der Elternbeirat mit verschiedenen Aktionen, vor allem Kuchenverkauf bei Festen, für ein Spielhaus mit Rutsche zu sparen. Die Erzieherinnen suchten verschiedene Modelle aus, von denen schließlich eines, hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Sandfläche, sicherheitstechnisch infrage kam.

„Wir wären fast von den kleinen Stühlen gefallen, als Frau Spiegel uns in einer Elternbeiratssitzung über die Kosten informierte“, erinnert sich Julia Walter. Vom Gesamtpreis in Höhe von rund 10.200 Euro fehlte trotz Spenden von mehreren Hilderser Geschäften und eines Zuschusses des Kindergartenträgers, dem Bistum Fulda, noch immer etwa die Hälfte. Deshalb kam die Mutter des vierjährigen Justus auf die Idee, diesen Wunsch bei der Aktion „Wünsch dir was“ des Radiosenders FFH einzureichen, wohlwissend, wie gering die Chance ist, gezogen zu werden. „Damit wollte ich nicht nur die Kinder glücklich machen, sondern mich auch bei den Erzieherinnen bedanken, die einen wirklich tollen Job verrichten und uns auch beim Kuchenverkauf immer unterstützt haben“, erzählt Julia Walter.

Der Jubel in Hilders war groß, als man im Radio hören konnte, dass der ihr Wunsch ausgewählt worden war. Doch für die Verwirklichung musste sich die Person, die ihn eingereicht hatte, innerhalb einiger Minuten beim Sender melden. Die Gewinnerin, gerade am Arbeitsplatz, bekam nicht mit, dass bei ihr ohne Unterlass das Telefon klingelte, weil viele Bekannte versuchten, sie rechtzeitig aufmerksam zu machen. Während zweier Lieder hofften zahlreiche Radiohörer, dass sich Julia Walter noch melden würde, aber vergebens. „Die Enttäuschung saß tief“, sagt sie. Und nicht nur bei ihr.

Am Abend erzählte in Frankfurt Konstantin Bäumler seiner Frau von dem Pech der Rhönerin. „Wir fanden bedauerlich, dass ausgerechnet einer der besonderen Wünsche nicht erfüllt wurde. Ein Spielgerät für einen Kindergarten, das ist doch etwas Nachhaltiges“, meint Anne Luise Bäumler, die als Bezirkszuständige 20 dm-Drogeriefilialen in Nord- und Osthessen betreut. Kurzentschlossen wandte sie sich an die fünf Filialleiter in Hilders und Fulda mit der Bitte, den noch fehlenden Betrag von 5.000 Euro aufzustocken. Nach deren Zusage knüpfte sie über den Radiosender Kontakt zu Julia Walter – und erfuhr so, um welchen Kindergarten es ging.

„Das war eine Überraschung, denn diese Einrichtung kannte ich bereits: Als wir im vergangenen Jahr den dm-Markt in Hilders neu eröffnet haben, hatten wir, um unsere lokale Verbundenheit zu zeigen, eine Radfahr-Spendenaktion für das neue Spielgerät organisiert. Durch diese Verbindung ist der Kindergarten St. Bartholomäus für mich jetzt wie ein Rhöner Patenkind“, erzählt Anne Luise Bäumler. Auch Julia Walters Arbeitgeber, die Hilderser Filiale der VR-Genossenschaftsbank Fulda, spendete 1000 Euro. Bei den Vor- und Nacharbeiten wie Auswechseln des Sands packten zahlreiche freiwillige Helfer mit an.

Als das „Zwergenhäuschen“ vergangene Woche offiziell eingeweiht wurde, regnete es in Strömen. Doch Kindergartenleiterin Alexandra Spiegel und ihrem Team war das egal, denn jetzt am Ende dominierte neben Freude das Gefühl der Dankbarkeit, weil sie – im übertragenen Sinn – nicht im Regen stehengelassen wurden. 

Fulda, 17. Juni 2017

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