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Erstellt:  Mittwoch, 11. Juli 2018

Marienkapelle am Bettelstein erinnert an angebliches Geschehen im Dreißigjährigen Krieg

Die Marienkapelle ist in den steilen Felsen hineingebaut.

Die Marienkapelle ist in den steilen Felsen hineingebaut.

Nahe der Marienkapelle am Reitersprung führt die belebte B 27 vorbei.

Nahe der Marienkapelle am Reitersprung führt die belebte B 27 vorbei.

Der Altarraum der Kapelle lädt zum Verweilen und Beten ein. Fotos: W. Möller

Der Altarraum der Kapelle lädt zum Verweilen und Beten ein. Fotos: W. Möller

In höchster Not den Feinden durch Sprung mit dem Pferd über Felsabhang entkommen

HÜNFELD, 11.07.2018 - Auch unsere Region ist nicht unbeschadet beim Dreißigjährigen Krieg davongekommen, der am 23. Mai 1618 mit dem Prager Fenstersturz begann. Die protestantischen böhmischen Stände wagten den Aufstand gegen die Wiedereinführung des katholischen Glaubens durch den böhmischen König Erzherzog Ferdinand. Er war Habsburger und bis zu seinem Tod Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Was sich anfangs als Religionskrieg darstellte, weitete sich zu einem Flächenbrand in Europa aus.

Um den Krieg ranken sich viele Sagen, so auch in der Rhön. In Hünfeld, das ja auch als Tor zur Rhön beschrieben wird, erinnert eine kleine in den Felsen gehauene, fast unscheinbare Kapelle an diese Zeit. Fährt man aus Richtung Bad Hersfeld kommend in den Sommermonaten nach Fulda, so kann man diese am Fuß des steil aufragenden Kalkfelsen, dem Bettelstein – in manchen Schriften wird er auch als Brückenmüllersberg benannt – , bei einem leichten Blick nach rechts sehen. Nur wenn die Bäume im Winter entlaubt sind, fällt sie dem wachen Auge auch in der Gegenrichtung auf. Hier an der Stelle, wo die Haune fast die Bundesstraße 27 berührt und sich die Gebäude der ehemaligen Brückenmühle befinden, soll sich das Nachfolgende zugetragen haben.

Ein Tillyscher Reiter wurde von einer Anzahl Schweden verfolgt, die ihn umzingelt hatten. Er floh von dem Dorf Sargenzell in Richtung Hünfeld. Plötzlich stand er vor einem jähen tiefen Abgrund und sah sich in größter Gefahr; vor sich den steilen Bergabhang und hinter sich die Feinde. In seiner Todesangst gelobte er, am Abhang eine Kapelle erbauen zu lassen, wenn er die steile Felswand unversehrt hinunterkäme. Im letzten Augenblick gab er dem Pferd die Sporen und mit dem Ruf „Heilige Mutter Gottes, steh mir bei!“ setzte er mit einem gewaltigen Sprung den Berg hinab bis über die Haune hinweg. Roß und Reiter kamen glücklich im Tal an. Der Mann hielt sein Versprechen und ließ zum Dank die Kapelle in den Felsen einbauen.

So hat Wilhelm Becker die Überlieferung festgehalten und in dem Heft „Osthessische Heimat“ aus dem Jahre 1955 niedergeschrieben. Wer die Geschichte in Reimform und ausgeschmückt nachlesen will, der kann dies in der Hochschul- und Landesbibliothek in den Buchenblättern 1 auf den Seiten 60 bis 62 oder in anderen Schriften über Sagen aus Rhön und Vogelsberg tun. Die Reitersprungkapelle liegt zirka eine Wegstunde von Hünfeld entfernt. Über Brücken quert man die Haune und die B 27 und verlässt den geteerten Feldweg, um auf einem Wiesenweg entlang der Bundesstraße gefahrlos zur Kapelle zu gelangen.

Türgewände und Giebel der Marienkapelle am Reitersprung sind wohl im Jahre 1829 gefertigt worden. Auf einem der Straße zugewandten Eckstein ist zu lesen: „Weil die Vorsicht Gottes wollte, Das dein Bield hier stehen soll, Vordem Angesicht der Welt, Zur Verehrung aufgestellt, MDCCCXXIX“. Im Innern befindet sich ein durch ein Gitter geschützter Altarraum mit Altartisch, einer kleinen Muttergottesstatue mit Jesuskind, begleitet rechts und links von zwei knienden Engeln. Am Gitter ist ein Gebetstext zu Maria angebracht, der eine tiefe Gläubigkeit bezeugt und Fürbitten für jeden Menschen und auch die Verstorbenen enthält.

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