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Erstellt:  Montag, 7. Januar 2019

Caritasverband initiiert Projekte mit Flüchtlingen / Unterstützung durch den Landkreis Fulda

Gegenseitiges Schminken ermöglicht spielerisch Nähe zuzulassen.

Gegenseitiges Schminken ermöglicht spielerisch Nähe zuzulassen.

Schwestern und Patres stellten sich im Gespräch den kritischen Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Fotos: Yvonne Hartmann

Schwestern und Patres stellten sich im Gespräch den kritischen Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Fotos: Yvonne Hartmann

Integration durch Kunst und Spiel

FULDA –  Der starke Zustrom von Flüchtlingen seit den Jahren 2015 und 2016 stellt den Bund, die Länder und die Kommunen vor große Herausforderungen. Auch wenn der Zuzug mittlerweile nachgelassen hat und Gemeinschaftsunterkünfte geschlossen werden, bleibt die Frage der Integration. Mit Unterstützung des Landkreises Fulda haben die sozialen Verbände in der Region verschiedene Projekte initiiert, die ein vielfältiges Bild zeichnen, wie Integration gelingen kann.

So kann künstlerische Betätigung Sprachbarrieren reduzieren, zwischenmenschliche Begegnung fördern und das Gefühl der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben stärken. Innerhalb der Caritas Fulda wurden verschiedene Projekte auf sehr persönlicher Ebene ins Leben gerufen. So produzierte der Caritasverband für die Regionen Fulda und Geisa in Zusammenarbeit mit filmreflex medienpädagogik „refugee-TV“. Geflüchtete und Menschen, die ihnen beim Ankommen im Landkreis Unterstützung leisteten, kamen zu Wort. Lebens- und Begegnungsgeschichten wurden filmisch dokumentiert. Gleichzeitig erlernten Geflüchtete Planung, den Umgang mit Filmkamera, Schneidegeräten und Produktionsbedingungen bis hin zur Ausstrahlung einer Magazinsendung im Offenen Kanal und erwarben dadurch Medienkompetenz. Über YouTube sind die Beiträge ebenfalls abrufbar.

Ein anderes Projekt, das von Yvonne Hartmann als Koordinatorin für das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe beim Diözesancaritasverband betreut wird, war und ist die Teilnahme am Franziskusfest, finanziell getragen durch den Flüchtlingsfonds des Bistums Fulda. Geflüchtete Menschen fahren mit engagierten Ehrenamtlichen für einige Tage nach Bad Saulgau ins Kloster Siessen. Dort treffen Personen unterschiedlicher Herkunft aufeinander. Sehr unterschiedliche Erfahrungen und Ansichten werden ausgetauscht und Gemeinsamkeiten gesucht. Religiöse Ausprägungen und Wertvorstellung prallen aufeinander und gegenseitiges Verständnis für den oder die jeweils andere(n) wird geweckt. Wertschätzung und die Möglichkeit der Teilhabe vermitteln ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Besonders für Kinder sind das gemeinsame Erleben im Spiel, das Entdecken von Natur und Umwelt, die kreativen Arbeit wie das Anfertigen von Taschen als Erinnerungsstücke, das gegenseitige Schminken als gestalterische Veränderung des Ausdrucks, das Zulassen von Berührung und Nähe sowie die Möglichkeit, unbefangen auch unliebsame Fragen stellen zu dürfen und auf jede Frage vorbehaltlose Antworten zu bekommen, wichtig. Zudem können sich Familien im gemeinsamen Agieren finden, ohne dass das Belastende von Gemeinschaftsunterkünften zum Tragen kommt. Durch die im Kloster lebende Schwesterngemeinschaft erhalten die Teilnehmer einen Einblick in die christliche Wertestruktur und beispielhafte Lebensweisen wie die des Heiligen Franziskus. Das gestiegene Vertrauen zwischen Ehrenamtlichen und Geflüchteten sowie veränderte Meinungsbilder und Vorstellungen können so zur Integration beitragen.

Der Caritasverband für die Diözese Fulda führt als Dachverband weitere Kunstprojekte mit Flüchtlingen auch außerhalb des Landkreises Fulda durch. Er wird unter der Federführung von Yvonne Hartmann voraussichtlich im Frühjahr 2019 ein Buch herausgeben, in dem die integrativen Kunstprojekte zusammenfassend dargestellt werden. / wim

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