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Erstellt:  Montag, 21. Januar 2019

Kantine des Landratsamtes ist seit zehn Jahren Ausbildungsbetrieb von Grümel / täglich werden 120 bis 130 Mittagessen ausgegeben

Küchenchef Peter Ebert mit den beiden Auszubildenden Martin Gebhardt (l.) und Nico Schäfer (r.), die im Sommer ihre Ausbildung zum Fachpraktiker in der Küche abschließen. Foto: E. Plappert

Küchenchef Peter Ebert mit den beiden Auszubildenden Martin Gebhardt (l.) und Nico Schäfer (r.), die im Sommer ihre Ausbildung zum Fachpraktiker in der Küche abschließen. Foto: E. Plappert

Jugendlichen mit Einschränkungen Starthilfe ins Berufsleben geben

FULDA. Seit zehn Jahren betreibt Grümel mit großem Erfolg die Kantine im Fuldaer Landratsamt als Ausbildungsbetrieb. Für das Team um Küchenchef Peter Ebert war dies Anlass, zum Mittagessen ein Büffet, das gleichzeitig Bestandteil des Ausbildungsprogramms ist, anzubieten. Gegen einen geringen Obolus konnten sich die rund 150 Gäste überzeugen, dass Qualität, Service und Preis in der Stube des Landvolks stimmen. Offensichtlich beherrschen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der gemeinnützigen GmbH ihr Handwerk und binden dabei die Auszubildenden mit ein.

Der Landkreis kümmert sich um die Ausstattung und Unterhaltung der Räumlichkeiten. In erster Linie ist die Kantine eine Einrichtung für die Kreisbediensteten, die jedoch auch dem sonstigen Publikum zur Verfügung steht. Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 7.30 bis 15 Uhr sowie freitags von 7.30 bis 14.30 Uhr. Zwischen 230 und 240 Zahlungseingänge registriert Peter Ebert täglich. Neben Frühstück und Snacks für zwischendurch hält Grümel zwei Mittagessen, bestehend aus Suppe, Hauptgericht und Dessert, eine Salatbar sowie Obst und Kuchen bereit. Die Speisen werden direkt vor Ort zubereitet. Auch gibt es die Mittagsmenüs zum Mitnehmen.

Die Kantine im Landratsamt zeichnet aus, dass durch die Kooperation mit dem Beschäftigungsträger Grümel lernschwächere und am normalen Arbeitsmarkt kaum vermittelbare Jugendliche die Chance auf eine Ausbildung unter normalen betrieblichen Bedingungen erhalten. Aufgrund ihrer vielfältigen Problemlagen bedürfen sie einer intensiven sozialpädagogischen Betreuung. Ausgebildet werden Fachpraktikerinnen beziehungsweise Fachpraktiker in der Küche. Darüber hinaus fungiert die Kantine als Praktikumsstätte für die Ausbildung zur Fachpraktikerin beziehungsweise zum Fachpraktiker in der Hauswirtschaft, die bei Grümel im Münsterfeld absolviert wird.

Peter Ebert, der von Anfang an als Küchenchef tätig ist, schätzt, dass seit der Verpachtung an Grümel etwa 70 Jugendliche ausgebildet wurden. Es stelle eine persönlich bereichernde Erfahrung dar, wenn das Kantinen-Team – dazu gehörten auch Marcel Hohmann, Markus Gramberg und Diana Schön sowie Mechthild Happ und Mechthild Klein-Arndt– mithelfen könne, jungen Menschen trotz einer ungünstigen Ausgangslage einen guten Start ins spätere Berufsleben zu ermöglichen. Nicht ohne Stolz verweist Ebert darauf, dass fast alle Auszubildenden ihre Abschlussprüfungen bestanden und einen Arbeitsplatz gefunden hätten. Im letzten Jahr sei sogar der Prüfungsbeste der IHK Fulda von Grümel gekommen.

Freuen können sich die Verantwortlichen über den steigenden Zuspruch der Kantine. Gegenüber vor zehn Jahren dürfte sich die Zahl der auswärtigen Gäste ebenso verdoppelt haben wie die der Nutzer aus dem eigenen Haus. Heute werden im Schnitt 120 bis 130 Mittagessen ausgegeben. Verstärkt kommen vegetarische Gerichte und regionale Produkte auf den Tisch. Neu ist, dass die Außenstellen wie Behördenhaus am Schlossgarten, Gesundheitsamt und Kreisjobcenter beliefert werden. Eine weitere Veränderung spiegelt den allgemeinen Trend wider: Die Gastronomie sucht dringend auch nach angelernten Arbeitskräften. Neben sprachlichen Defiziten ein Grund, warum Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben.

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