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Fachkräftestrategie Fulda: Qualifizierte Unterstützung aus dem Ausland

Das Projektteam „Internationales“ von Landkreis und Region Fulda GmbH zu Besuch bei b+m in Eiterfeld (von links): Sambhudutta Mohapatra, Samir Moalem, Sami Ibrahim (alle b+m), Julian Bolz (Region Fulda GmbH), Rama Amso (b+m), Florian Hütsch und Sonja Gutermuth (beide Landkreis Fulda). / Foto: Anna-Lena Bieneck

Projekt von Landkreis und Region Fulda GmbH / Besuch bei b+m in Eiterfeld

LANDKREIS FULDA, 19.02.2024. Wie gelingt es Unternehmen, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen, die im Landkreis Fulda eine neue Heimat finden möchten? Hierfür soll die Fachkräftestrategie Fulda, die der Landkreis Fulda und die Region Fulda GmbH in Kooperation mit zahlreichen Partnern erarbeitet haben, Wege aufzeigen und Unterstützung bieten. In die Strategie fließen Erfahrungen, Wünsche und Erwartungen der Unternehmen aus der Region mit ein. Das Unternehmen b+m surface systems GmbH aus Eiterfeld hat sich von Beginn an aktiv in der Strategie im Bereich „Internationales“ eingebracht.

Mit rund 400 Beschäftigten am Hauptsitz ist b+m der größte Arbeitgeber in Eiterfeld. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen mehr als 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 12 Standorten weltweit. In den vergangenen acht Jahren sind bisher 12 Fachkräfte aus sieben Nationen zu b+m gekommen – auf unterschiedlichen Wegen. Sambhudutta Mohapatra aus Indien zum Beispiel hatte seit 2015 am Standort der Tochtergesellschaft in Mumbai gearbeitet. Als er von b+m gefragt wurde, ob er sich vorstellen könnte, zum Standort in Deutschland zu wechseln, sagte er zu. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt der 41-Jährige nun seit Herbst 2022 in Eiterfeld. Der Konstrukteur fungiert sozusagen als Schnittstelle und koordiniert die Konstruktionsprozesse in Indien. Für seinen Wechsel nach Deutschland hatte er gemeinsam mit dem Unternehmen die „Blaue Karte EU“ beantragt: ein Aufenthaltstitel, mit dem die dauerhafte Zuwanderung von Hochqualifizierten aus dem Nicht-EU-Ausland nach Deutschland erleichtert und gefördert werden soll.

Dass Sami Ibrahim (39) und seine Frau Rama Amso (38) heute beide in der Verfahrenstechnik bei b+m arbeiten, ist sozusagen ein glücklicher Zufall. Der Maschinenbauingenieur und die Architektin kamen im Jahr 2013 aus Syrien nach Deutschland. Als sich Sami Ibrahim bei den Behörden in München um die Anerkennung seiner Qualifikationen kümmerte, um einen Job finden zu können, traf er auf einen Bekannten des geschäftsführenden Gesellschafters von b+m, Sebastian Merz. Der Bekannte stellte den Kontakt nach Eiterfeld her. Seit 2015 wohnt das Paar nun mit den beiden Kindern in Eiterfeld. Hier fühlen sie sich wohl: „Wir haben hier alles, was wir brauchen. Ich fühle mich mittlerweile als Ur-Eiterfelder“, sagt Sami Ibrahim, der sich vor Ort unter anderem in der Pfarrgemeinde und in der Kommunalpolitik engagiert.

Dass sich ausländische Fachkräfte nicht nur beruflich, sondern auch privat gut einfinden können, ist eine Herausforderung – auch für den Arbeitgeber. Aufenthaltstitel, Wohnungssuche, Behördengänge: Bei alldem wurden Sami Ibrahim, Rama Amso und Sambhudutta Mohapatra aktiv von b+m unterstützt. Welche Voraussetzungen müssen für die Blaue Karte erfüllt sein, welche Papiere werden benötigt, welche Fristen gilt es zu beachten? „Da wir damit bislang wenig Berührungspunkte hatten, mussten wir uns das erst einmal erarbeiten“, sagt Samir Moalem, Leiter Personal und Recht. Mit einem bürokratischen Akt sei es aber auch nicht getan. „Integration fängt nach dem Ankommen vor Ort erst an.“ Da geht es zum Beispiel um Verständigung: Sambhudutta Mohapatra spricht zwar sehr gut Englisch, was wiederum die Englischkenntnisse im Kollegenkreis förderte. „Trotzdem ist es uns wichtig, dass die Kolleginnen und Kollegen schnell Deutsch lernen“, sagt Samir Moalem. Das Unternehmen hat vor dem Hintergrund seiner globalen Ausrichtung eigene Sprachkurse organisiert.

Was sich in keinem Kurs erlernen lässt, ist der Aufbau eines sozialen Umfelds, die Teilhabe am Leben und im Alltag in der neuen Heimat. All das braucht seine Zeit. Ein wichtiger Rückhalt ist für Sambhudutta Mohapatra hierbei sein Team. „Mein Chef ist mein bester Freund“, sagt er.

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Personal-Bereich von b+m nehmen an Schulungen teil, um sich in die rechtlichen Grundlagen einzuarbeiten. Als nächstes gilt es, sich mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz vertraut zu machen – und auch mit dem Thema Auszubildende aus dem Ausland. Für seine Ausbildungsplätze – derzeit sind 34 Azubis bei b+m beschäftigt – wirbt das Unternehmen bisher noch nicht auf dem internationalen Markt. Denn die Gewinnung junger Menschen unter 18 Jahren bringt ganz neue Herausforderungen mit sich, vor allem im Bereich Mobilität und Wohnen.

Viele Unternehmen im Landkreis stehen vor denselben Herausforderungen. Gemeinsam Lösungswege zu erarbeiten und schnell zugänglich zu machen, ist Ansatz der Fachkräftestrategie von Landkreis und Region Fulda GmbH. „Der Austausch mit den Unternehmen, die bereits Fachkräfte aus dem Ausland beschäftigen, ist für uns sehr wichtig“, sagt Florian Hütsch, Sachgebietsleiter Arbeitskräftesicherung beim Landkreis Fulda. „Welche Informationen werden benötigt, und wie müssen sie aufbereitet sein? Solches Feedback ist sehr hilfreich.“

Da viele Unternehmen aufgrund der neuen Gesetzeslage dieselben Fragen haben, wird derzeit zusammen mit der Ausländerbehörde, der Agentur für Arbeit und der IHK Fulda ein Infoabend zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz organisiert, der am 18. April stattfinden soll. Nähere Infos hierzu folgen.

Fachkräftestrategie Fulda

Das Anwerben und die Integration internationaler Fachkräfte ist eines von fünf Handlungsfeldern der Fachkräftestrategie Fulda, die der Landkreis Fulda, die Region Fulda GmbH und zahlreiche Partner erarbeitet haben, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Gespräche mit Unternehmen hatten vorab gezeigt, dass es in folgenden Bereichen Unterstützungsbedarf gibt: branchenübergreifende Anwerbung; Schulung von Personalverantwortlichen und Multiplikatoren; zielgerichtete Integration in Unternehmen und die Region; Wohnen; Arbeitsvermittlung für die Partnerin oder den Partner. Im Rahmen der Strategie wurde ein Integrations-Guide „Fachkräfte für die Region Fulda“ erarbeitet. Diesen und weitere Informationen zum Thema Fachkräfte aus dem Ausland findet man online unter:

www.integration-fulda.de

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