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Erstellt:  Dienstag, 6. November 2018

Fachnachmittag für Fachkräfte der frühen Bildung aus ganz Hessen über interkulturelle Kompetenz / Miteinander in Interaktion treten

Von links nach rechts: Manuela Bienert (Fachberatung Kindertagesstätten), Petra Schütze (Landkreis Fulda), Mernousch Zaeri-Esfahani, Andrea Löher und Cornelia Brings (beide BuSKF Nord- und Mittelhessen), Franziska Korn (Projektkoordinatorin Karl-Kübel-Stiftung für Kind und Familie) Foto: S. Waldmann

Von links nach rechts: Manuela Bienert (Fachberatung Kindertagesstätten), Petra Schütze (Landkreis Fulda), Mernousch Zaeri-Esfahani, Andrea Löher und Cornelia Brings (beide BuSKF Nord- und Mittelhessen), Franziska Korn (Projektkoordinatorin Karl-Kübel-Stiftung für Kind und Familie) Foto: S. Waldmann

Voraussetzungen für gelingende Integration verstehen lernen

FULDA. Mit dem Thema „Denkwerkstatt: Interkulturell kompetent – aber wie?“ befassten sich im Kreishaus Fachkräfte der frühen Bildung aus ganz Hessen. Die Veranstaltung fand in Kooperation der Fachberatung Kindertagesstätten und der Beratungs- und Servicestelle für Kinder mit Fluchthintergrund in der Tagesbetreuung statt. 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten den Ausführungen der Referentin Mehrnousch Zaeri-Esfahani, die selbst mit elf Jahren aus dem Iran geflüchtet ist.

Die Referentin stellte einleitend die Frage, wie wir uns gemeinsam auf den Weg machen könnten, um interkulturell miteinander in Gemeinschaft zu leben. Nach ihrer Auffassung sind für interkulturelle Kompetenz „Selbsterkenntnis und Kenntnis“ (eigene Kultur verstehen/verschiedene kulturelle Modelle kennen), eine „innere wertschätzende Haltung“ (eigene Biographie kennen/ vergleichende Bewertung vermeiden) und „Interkulturalität leben“ (Unterschiede als Bereicherung anerkennen/eigene und für gut befundene Werte nicht als Maß aller Dinge begreifen) erforderlich.

Jeder von uns trage von Geburt an einen Rucksack, der manchmal schwerer und manchmal leichter sei, so Mehrnousch Zaeri-Esfahani. Jeder sollte selbst entscheiden, wann und was er herausnehmen wolle. „Wir müssen einander mehr Zeit geben, um Dinge anzugehen, uns dabei unterstützen, neugierig sein auf neues Gepäck und nicht die Last zusätzlich erschweren, Pausen machen – das ist es, was uns durch das Leben tragen kann.“ Weiter führte die Referentin aus, dass wir auf der Welt nicht nur unterschiedliche Zeitzonen und ein anderes Zeitverständnis hätten, sondern auch einen anderen Takt.

Laut Frau Zaeri-Esfahani erleben wir uns im Alltag „monochrom“, die Kinder erleben das meist mit Eintritt in die Krippe. In anderen Kulturen sei der Takt “polychrom“, der Rhythmus spontan und flexibel. „Wenn wir versuchen, einander die Welt zu erklären, können wir gemeinsam das ganze Bild verstehen, und keiner sieht nur einen kleinen Ausschnitt oder tanzt allein nach seinem Takt.“ Nur miteinander ließen sich Kompromisse schließen und Orientierung finden. Die Rollenklärung sei ein erster wichtiger Schritt in der gemeinsamen Arbeit, um einander zu respektieren und zu schätzen.

„Wenn wir viele Fragen und eventuell keine Antworten bekommen, bewerten wir dies als unhöflich oder dumm.“ Würden wir jedoch einander die Möglichkeit geben, in Interaktion zu treten und uns über eine solidarische Gesellschaft auszutauschen, könnten wir eine Gemeinschaft werden. „Dazu braucht es vor allem Geduld“, betonte die Referentin. Die erste Generation könne die Integration gut begleiten, die zweite Generation werde bei günstigen Voraussetzungen eine gelingende Integration erleben. „Diese Voraussetzungen müssen wir verstanden haben, dann sind wir interkulturell kompetent.“

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