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Erstellt:  Mittwoch, 3. Januar 2018

Kirstin Hückel-Dege von der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Landkreises Fulda gibt Ratschläge

Junge, der ängstlich aus dem Fenster schaut

Bildnachweis: Fotolia © Jan H. Andersen

Was brauchen Kinder und Jugendliche nach traumatischen Erlebnissen

FULDA. Kinder und Jugendliche sind genauso traumatisierenden Situationen und Erlebnissen ausgesetzt wie Erwachsene. Zu solchen Geschehnissen gehören zum Beispiel Unfälle, Überfälle, der plötzliche Tod von nahestehenden Menschen, aber auch die unvorbereitete Trennung von der Bezugsperson und dem gewohnten Lebensumfeld. Immer bedeutet eine solche Situation, die Sicherheit für eine gewisse Zeit zu verlieren und sich hilflos und ausgeliefert zu fühlen.

Bevor man entscheidet, ob professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden muss, sollte man einige Strategien und Tipps befolgen, um eine sofortige Stabilisierung und Entlastung zu erreichen, meint Kirstin Hückel-Dege von der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Landkreises. Viele Menschen entwickelten keine posttraumatische Belastungsstörung, sondern könnten nach einiger Zeit das traumatische Erlebnis gut verarbeiten.

Verstehen, was passiert
Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass seine Reaktionen wie zum Beispiel übertriebene Ängstlichkeit, Konzentrationsmangel oder Einschlaf- und Durchschlafprobleme völlig normal sind. Nicht Ihr Kind ist „verrückt“, sondern die Situation, die es erlebt hat. Es handelt sich um eine gesunde Reaktion auf eine extrem verletzende Erfahrung.

Bewegung gegen die körperliche Stressreaktion
Jede Form von Bewegung hilft, den akuten Stress im Körper abzubauen. Dabei sollte man sich aber nicht überanstrengen. Der Körper stellt in der traumatischen Situation eine sehr große Menge an Energie zur Verfügung, die nicht verbraucht wird. An der frischen Luft Spazieren gehen, Fahrrad fahren oder weiterhin den Lieblingssport betreiben kann Wunder wirken.

Darüber reden
Motivieren Sie Ihr Kind, über das Erlebte mit vertrauten Menschen zu sprechen (Freunde, Freundinnen, Eltern, Verwandte, Lehrer usw.) Akzeptieren Sie aber auch, wenn das Kind nicht über das Ereignis reden möchte. Vielleicht hilft es auch, das traumatische Erlebnis aufzuschreiben oder ein Bild darüber zu malen.

Strukturierter Tagesablauf
Jede Form von Struktur ist hilfreich und wirkt unterstützend. Wenn es möglich ist, sollte Ihr Kind zur Schule, zum Training oder in den Musikunterricht gehen. Vielleicht ist dies aber vorübergehend nur in reduzierter Form möglich.

Bisherige Stressbewältigungsmechanismen nutzen
Lassen Sie Ihr Kind eine Liste mit all den Tätigkeiten und Dingen anfertigen, die ihm bisher in Stresssituationen geholfen haben. Es kann ausprobieren, welche der bisherigen Mechanismen jetzt auch hilfreich sein können.

Viel trinken
Ihr Kind sollte jetzt viel trinken, allerdings keinen Alkohol. Der Alkohol erschwert es dem Gehirn nämlich, das traumatische Erlebnis zu verarbeiten.

Sich etwas Gutes tun
Traumatische Erfahrungen kosten viel Kraft, deshalb sollte Ihr Kind jetzt besonders gut mit sich selbst umgehen. Sich etwas gönnen, das gut tut und kann sehr entlastend wirken.

Sich Ruhe und Entspannung gönnen
Entspannungsmethoden wie Atemübungen, Yoga, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung können sehr hilfreich sein. Besorgen Sie eine entsprechende CD im Buchhandel oder bei Ihrer Krankenkasse. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind ausreichend schläft.

Professionelle Hilfe
Sollten sich die Belastungssymptome innerhalb von vier bis sechs Wochen nicht deutlich verbessern oder verschwinden, wenden Sie sich an professionelle Helfer.

Fulda, 3. Januar 2018

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