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Erstellt:  Dienstag, 12. Juni 2018

Große Nachfrage nach qualifizierten Tagesmüttern und -vätern in Stadt und Kreis

Darstellerinnen der Imagefilme (von links) mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt: Heike Weber, Lisa West, Nicol Burzlaff, Monika Witzel, Eva-Maria Jell, Christina Weber und  Sylvie Armande Tchomtcha. Foto: Leoni Rehnert

Darstellerinnen der Imagefilme (von links) mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt: Heike Weber, Lisa West, Nicol Burzlaff, Monika Witzel, Eva-Maria Jell, Christina Weber und Sylvie Armande Tchomtcha. Foto: Leoni Rehnert

Werbung für einen schönen und wichtigen Beruf

FULDA, 08.06.18 – Großes Interesse an einem wichtigen Thema: Mehr als 100 (vornehmlich) Frauen kamen zur Premiere zweier Imagefilme, mit denen Stadt und Landkreis Fulda um Tagesmütter und Tagesväter werben. Die beiden Fachdienste Kindertagespflege, unter deren Regie die Filme entstanden sind, hatten zur Vorführung eingeladen. Aylin Hunold (Kreis) und Falko Jana (Stadt)  freuten sich in ihrer Begrüßung über den proppenvollen Saal: „Man könnte fast meinen, wir brauchen gar keine weiteren Kindertagespflegepersonen. Das Gegenteil ist allerdings der Fall.“ 

Denn die Kindertagespflege ist seit August 2013, als der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren in Kraft trat, neben den Kitas eine wichtige Säule der Kindertagesbetreuung geworden – mit einer stark wachsenden Nachfrage.  „609 Kinder – 498 im Landkreis, 111 in der Stadt Fulda – werden aktuell von insgesamt 135 qualifizierten Kindertagespflegepersonen betreut“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt, der auch namens der Stadt begrüßte. Er skizzierte die Entwicklung der Kindertagespflege, die in früheren Jahren fast verpönt gewesen sei, bis heute: „Kindertagespflege ist mehr als ehrenamtliches Babysitting. Tagesmütter und -väter sind qualifizierte Betreuungspersonen, die gerade den Kleinsten in häuslicher Umgebung Nähe, Bindung und Bildung ermöglichen.“

Die Qualifizierung durch die Fachdienste und die Kreis-VHS hat in den vergangenen Jahren wesentlich an Fahrt aufgenommen. Seit 2016 wird die Region als eine von 31 Modellkommunen im Bundesprogramm „Weil die Kleinsten große Nähe brauchen“ noch bis Ende 2018 mit fast 600.000 Euro gefördert – dazu kommen Mittel in Höhe von etwa 120.000 Euro von Kreis und Stadt. Wie diese Qualifizierung abläuft und wie sehr sie den Frauen und Männern hilft, das wird in den Filmen, die Medienpädagoge Felix Rudolph-von Niebelschütz (filmreflex) gedreht hat, deutlich. In insgesamt 300 Unterrichtseinheiten werden künftige Kindertagespflegepersonen optimal für ihre komplexe Aufgabe vorbereitet und qualifiziert. Das dient den Kindern, aber auch den Kindertagespflegepersonen selbst, die dadurch an Professionalität gewinnen und durch Weiterbildungen neue berufliche Perspektive erhalten.

Dabei werden sie von den Fachdiensten von Stadt und Kreis begleitet und unterstützt – und es findet ein wichtiger kollegialer Austausch statt. Nach den ersten 160 Unterrichtseinheiten, die innerhalb eines Dreivierteljahrs stattfinden, kann die Betreuung starten. Die weiteren Module folgen. „Man steht halt einfach nicht alleine da“, sagt eine Tagesmutter im Film. Sie zeigt, dass sie ihre Aufgabe liebt – so wie alle, die sich als Darstellerinnen in den Dienst gestellt haben, Interessierte für diese schöne Aufgabe zu werben. Ein großes Dankeschön dafür gab es auch von Edith Jordan, die den  Fachdienst Jugend, Familie, Sport, Ehrenamt des Landkreises leitet. Sie lobte die gut funktionierende Kooperation aller und die enge Zusammenarbeit von Stadt und Kreis.

In Stadt und Kreis Fulda befinden sich aktuell 80 bereits tätige Kindertagespflegepersonen in der zweiten Qualifizierungsphase. Im Zuge des Bundesprogramms haben sich 35 Personen qualifiziert beziehungsweise sind noch dabei.

Die beiden Filme sollen vor allem bei Infoveranstaltungen gezeigt werden. Auf welchen Webseiten sie zu sehen sein werden, wird noch entschieden.

Zahlen/Daten/Fakten:

  • Im Landkreis Fulda gibt es etwa 160 qualifizierte Kindertagespflegepersonen (KTPP),

    davon sind 112 (Stichtag 01.03.2018) aktiv in der Tätigkeit und betreuen
     insgesamt 498 Kinder.

  • In der Stadt Fulda gibt es 30 qualifizierte KTPP,

    davon sind 23 aktiv tätig. Sie betreuen 111 Kinder.

  • Überwiegend betreuen Kindertagespflegepersonen im eigenen Haushalt oder in einer Einliegerwohnung.

  • Es gibt Zusammenschlüsse, bei denen mehrere Kindertagespflegepersonen Kinder in anderen geeigneten Räumen betreuen, so zum Beispiel im DRK-Kinderhaus in Hünfeld.

  • Kindertagespflegepersonen sind überwiegend selbstständig tätig.

  • Im Durchschnitt betreuen KTPP zwischen drei und vier Kinder.  Vor einigen Jahren waren es im Schnitt zwei bis drei Kinder.

  • Besonders stark ist die Nachfrage nach U3-Betreuung.

  • Kindertagespflegepersonen sind überwiegend  weiblich. Im Landkreis Fulda gibt es zwei Tagesväter. Ein weiterer Mann ist derzeit in der Qualifizierung und möchte mit seiner Frau – Erzieherin und angehende Kindertagespflegeperson – gemeinsam Kinder betreuen.  

Kontakt

Kerstin Hohmann
Fachstelle Kindertagespflege Landkreis Fulda
Telefon (06 61) 6006-9528
E-Mail: tagespflege@landkreis-fulda.de

Falko Jana
Fachstelle Kindertagespflege Stadt Fulda
Telefon (06 61) 102-1929
E-Mail: tagespflege@fulda.de

 

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