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Eichenzeller Tourismusstudentin untersucht touristisches Potenzial des Sternenparks

Marie Witzel (li.) und Sabine Frank (r.) mit der Bachelor-Arbeit. Foto: N. Moalem

Marie Witzel (li.) und Sabine Frank (r.) mit der Bachelor-Arbeit. Foto: N. Moalem

Sternegucker im Schwarzen Moor. Foto: A. Hänel

Sternegucker im Schwarzen Moor. Foto: A. Hänel

Astrotourismus in der Rhön – Sternegucken als Urlaubserlebnis?

EICHENZELL/RHÖN, 17.07.2018 – Lassen sich mit dem Rhöner Sternenhimmel Urlauber in unsere Region locken? Fünf Monate lang hat die Eichenzellerin Marie Witzel (23) den Sternenpark Rhön genau unter die Lupe genommen, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. Die fand sie so spannend, dass sie sie zum Thema ihrer Bachelor-Arbeit im Fach International Tourism Studies an der Hochschule Harz machte.

Keine Frage, der Rhöner Sternenhimmel ist einmalig schön und bietet nicht zuletzt seit Bestehen des Sternenparks ideale Voraussetzung für astronomische Beobachtungen. Sternenführungen erfreuen sich so großer Beliebtheit, dass viele bereits Monate im Voraus ausgebucht sind. Um zum echten Urlaubserlebnis zu werden und von Gästen der Rhön als eigenständiges Produkt wahrgenommen zu werden, um letztlich auch wirtschaftliche Effekte zu generieren, bedarf es allerdings noch etwas mehr. Wie weit ist die Rhön da schon? Gibt es genügend Angebote im Bereich des „Astrotourismus“ und sind diese ausreichend miteinander verknüpft? Wo hakt es, und wie können Akteure besser zusammenarbeiten? Für ihre Arbeit hat Marie sich nicht nur in anderen bestehenden Sternenparks umgesehen und das astrotouristische Angebot in der Rhön analysiert, sondern auch mit vielen lokalen Akteuren aus den Bereichen Wirtschaft, Kommunalpolitik, Tourismus, Naturschutz und Wissenschaft gesprochen, um ihren Interessen auf die Spur zu kommen.

Was das touristische Potenzial des Sternenparks angeht, fällt das Ergebnis der Studentin größtenteils positiv aus. Die Rhön ist derzeit nur einer von drei zertifizierten Sternenparks in ganz Deutschland, kann also im Bereich Astrotourismus eine echte Marktnische besetzen. Mit ihren Naturschätzen zieht die Rhön bereits heute mehr Tages- als Übernachtungsgäste an, darunter viele aus den nächstgelegenen Großstädten. Sie mit astrotouristischen Angeboten wie beispielsweise „sternenfreundlichen“ Unterkünften oder Therapieangeboten für Menschen mit Schlafstörungen zu längeren Aufenthalten zu bewegen, wäre denkbar. Diese müssen teilweise aber erst noch geschaffen und miteinander zu einem Gesamtpaket verknüpft werden. Auch sieht die Studentin großes Potenzial darin, mit Hilfe sanfter Umweltbildung den Naturschutzgedanken des Sternenparks auch Touristen ohne besondere Affinität zum Naturschutz näherzubringen und sie so letztlich zu Botschaftern des „Nachthimmels“ zu machen. Dank seines außergewöhnlichen Angebots habe der Sternenpark Rhön außerdem Potenzial, sich als klimaschonendes Nah-Reiseziel zu positionieren. Einen weiteren touristisch nutzbaren Vorteil des Parks sieht die Autorin in der vom Sternenpark angeregten Lichtreduktion in den Sternenpark-Gemeinden. Diese führe dank ihrer nachgewiesenen positiven Effekte für Gesundheit und Artenschutz, aber auch der landschaftsästhetischen Verbesserung zu mehr Lebensqualität in den Orten, womit sich wiederum hervorragend werben lasse.

Bis von einem echten Astrotourismus in der Rhön gesprochen werden könne, bedarf es laut Witzel aber noch einiger Anstrengungen. „Der Park hängt deutlich hinter seinem Potenzial zurück“, weiß auch Sabine Frank, Koordinatorin des Sternenparks. Noch gebe es viele organisatorische Hemmnisse, unter anderem mangele es an einer koordinierenden Stelle zwischen Tourismus und Sternenpark. In ihren abschließenden Handlungsempfehlungen zeigt die Studentin Maßnahmen auf, mit der die touristische Entwicklung des Sternenparks gefördert werden kann. Unter anderem empfiehlt sie allen am Tourismus beteiligten Akteuren, sich zunächst über den touristischen Stellenwert des Sternenparks für die Destination Rhön klar zu werden und eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zu gründen. Weiterhin plädiert sie dafür, Tourismusbetriebe besser in Sachen Astrotourismus zu schulen, mehr buchbare Erlebnisangebote rund um das Thema Sterne zu schaffen und die astrotouristische Infrastruktur samt „Edutainment“-Angeboten im Sternenpark auszubauen. Bei allen Maßnahmen dürfe aber nicht vergessen werden, die lokale Bevölkerung zu beteiligen, um eine hohe Akzeptanz zu erreichen, so das abschließende Fazit der Bachelor-Arbeit. 

„Die Arbeit von Frau Witzel ist eine Bereicherung für die hiesige Tourismuswirtschaft“, lobt Landrat Bernd Woide. „Wir wissen jetzt, dass die Rhön den Sternenpark noch viel stärker als touristisches Aushängeschild nutzen sollte, dass aber gleichzeitig noch viel Arbeit notwendig ist. Nun ist es an den Verantwortlichen, die besten Voraussetzungen für einen nachhaltigen Astrotourismus zu schaffen.“


Info:
Die Bachelor-Arbeit ist online abrufbar unter http://biosphaerenreservat-rhoen.de/news/1473-bachelorarbeit-ueber-den-sternenpark

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