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Das Idyll ist wieder perfekt: Die steinerne Brücke in Lüdermünd wurde für knapp 800.000 Euro saniert

Man sieht es ihr nicht an: Jetzt kann die Brücke wieder ein Vielfaches an Last tragen. Die beiden oberen Steinreihen gleichen sich in der Farbe noch an, und der Uferbereich ist im Frühjahr auch wieder schön grün. Foto: Sebastian Mannert

Die Baustelle an der Brücke über den Lüdermünder Mühlgraben wurde vorab komplett eingeschalt, um die Arbeiten vor Hochwasser zu schützen. „Wenn es in der Rhön richtig schüttet, dann ist das Wasser sechs, sieben Stunden später hier“, sagt Projektleiter André Jaborek. Foto: Hessen Mobil

Der Weg über den Mühlgraben ist frei


FULDA-LÜDERMÜND, 05.12.2019 – Mehr Idylle geht kaum: Die steinerne Brücke über den Mühlgraben markiert den Ortsausgang von Lüdermünd, ein Dorf, das wie kaum ein anderer Stadtteil von Fulda  in die Natur eingebettet ist. Seit Frühjahr 2019 war der Weg nach Lütterz gesperrt, jetzt ist die Brücke wieder befahrbar. 

So versteckt das Fleckchen Erde liegen mag, es ist beliebt: Bei Radfahrern – der R1 führt über die Brücke –, bei Kanuten, Wanderern, und natürlich nutzen auch motorisierte Verkehrsteilnehmer die Kreisstraße 110, die von Lüdermünd nach Lütterz oder Bimbach wollen. 
Etwas mehr als ein halbes Jahr war diese Verbindung abgeschnitten. Denn Hessen Mobil hat im Auftrag des Landkreises Fulda das Brückenbauwerk erneuert, das zuvor nur noch für ein Gewicht von 16 Tonnen zugelassen war. Jetzt ist wieder alles tiptop, der landwirtschaftliche  Verkehr, Busse und die Müllabfuhr können die Brücke passieren. Knapp 800.000 Euro hat die Sanierung – inklusive der Anpassung der Straße davor und dahinter– gekostet. Gut 360.000 Euro davon hat der Landkreis finanziert, den anderen Teil das Land.
Letztendlich sind es nicht viel mehr als 100 Meter, und doch ist das Projekt ein gutes Beispiel dafür, wie viel Vorbereitung und Abstimmung oft nötig sind. „In diesem Fall gab es eine ganze Reihe von Besonderheiten“, sagt Carmen Motzkus, Projektverantwortliche Planung bei Hessen Mobil, und zählt auf: „Das Brückenbauwerk ist Teil einer geschützten Denkmalanlage, die zudem im FFH-Gebiet  Obere Fuldaaue liegt, für das spezielle Natur- und Landschaftsschutzvorgaben gelten. Außerdem leben im Mühlgraben, über den die Brücke führt, verschiedene Fische und Amphibien, die durch die Bauarbeiten nicht  beeinträchtigt werden durften.“
Insofern waren jede Menge Akteure eingebunden – von der Denkmalpflege der Stadt bis zu den Oberen Wasser- und Naturschutzbehörden beim Regierungspräsidium. Flächen mussten angemietet werden, die während der Bauzeit als Lagerplatz dienen sollten.  Und es brauchte eine Übereinkunft mit den Betreibern der anliegenden Mühle, die über Monate – ohne Wasser – keinen Strom erzeugen konnten. In der Summe wurden rund 20 Träger öffentlicher Belange gehört. Nach anderthalb Jahren Vorlauf war Baurecht geschaffen.
Im März dieses Jahres begannen dann die Vorarbeiten. Dazu gehörte auch, dass Projektleiter André Jaborek von Hessen Mobil frühzeitig einen Damm aufschüttete, um den Wasserstand des Mühlgrabens auf rund 20 Zentimeter zu halten. Kein Laich sollte mehr im unmittelbaren Baustellenbereich abgelegt werden. Für Radler und Fußgänger wurde eine Holzbrücke geschaffen. „Dann wurde die komplette Baustelle eingeschalt, damit diese nicht bei Hochwasser geflutet werden würde“, sagt der Projektleiter. Schließlich wurden zwei bis drei Reihen Steine abgetragen und nummeriert, das Gewölbe freigelegt  und dessen seitliche Bögen mit etwa 120 Kubikmeter Beton verfüllt, um die Tragfähigkeit auf nun 30 Tonnen zu erhöhen. Danach wurde die Fahrbahn hergestellt – auf der Brücke und knapp 55 Meter in jeweils beide Richtungen. Die Brückensteine wurden aufgebracht und ein Geländer montiert. „Seit Ende vorletzter Woche ist die K110 nun wieder frei. Im Frühjahr steht dann die Sanierung der Brücke über die Lüder in Lütterz an“, sagt Oliver Stinner, Fachbereichsleiter bei Hessen Mobil.

 

 

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