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Neuerkrankungen von Gebärmutterhalskrebs im Landkreis Fulda gesunken

Die HPV-Impfung, die als Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bekannt ist, wird jetzt auch für Jungen empfohlen. Foto: Tobias Arhelger/stock.adobe.com

Die HPV-Impfung, die als Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bekannt ist, wird jetzt auch für Jungen empfohlen. Foto: Tobias Arhelger/stock.adobe.com

HPV-Impfung auch für Jungen

LANDKREIS FULDA.  Seit 2007 ist eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs auslösen können, möglich. „Die Anzahl der Neuerkrankungen ist im Landkreis Fulda von 2008 bis 2013 gesunken“, informiert Dr. Helmut Ernst, Leiter des Gesundheitsamtes des Kreises, und er ergänzt: „Jetzt  empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die  Impfung auch für Jungen.“
Die Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner (Inzidenz) für Gebärmutterhalskrebs ist in Fulda in den Jahren 2008 bis 2013 gesunken,  während sie in Hessen eher auf gleichem Niveau blieb. Schwankend sowohl in Hessen als auch in Fulda ist hingegen die Inzidenz für das Krebs-Frühstadium von Gebärmutterhalskrebs.

Im Jahr 2013 sind in Fulda neun Personen an Gebärmutterhalskrebs erkrankt, bei 27 Personen wurde ein Tumor im Frühstadium festgestellt. Damit sind insgesamt 36 Fälle aufgeführt. 2012 waren es sieben Neuerkrankungen, 2011 waren es neun, in den drei Jahren davor 12, 14 und 18 Menschen. Insgesamt waren im Landkreis Fulda von 2008 bis 2013 laut Statistik 190 Personen von Gebärmutterhalskrebs oder einem Frühstadium betroffen.

Von Infektionen mit Humanen Papillomviren ist die Mehrzahl der Frauen und Männer mindestens einmal in ihrem Leben betroffen. HPV wird hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr übertragen. Meistens verläuft eine Infektion ohne Symptome. Sie kann aber auch zu Genitalwarzen oder Karzinomen führen, zum Beispiel zu Gebärmutterhalskrebs. Bei Frauen dominiert das Zervixkarzinom, das zu nahezu 100 Prozent durch HPV verursacht wird. Etwa 10 Prozent der HPV-Infektionen an der Zervix der Frau führen zu höhergradigen zervikalen Krebsvorstufen. Werden diese nicht behandelt, können sich daraus in etwa 30 bis 50 Prozent der Fälle innerhalb von 10 bis 30 Jahren Zervixkarzinome bilden.

Entsprechend ergeben sich auch bei Männern Krebsarten, die mit HPV in Verbindung gebracht werden. Jens Fitzenberger, Gesundheitsberichterstatter des Landkreises Fulda, bezieht sich dabei auf das Robert-Koch-Institut (RKI), das Penis- und Analkarzinome sowie Plattenepithelkarzinome der Mundhöhle und des Rachens zu einem gewissen Anteil durch HPV verursacht sieht. So träten pro Jahr bei Männern HPV-bedingt etwa 600 Anal- und mindestens 250 Peniskarzinome sowie mindestens 750 Karzinome in der Mundhöhle oder  im Rachen als Neuerkrankungen auf. 

Die Infektion durch einzelne als besonders krebserregend eingestufte HP-Viren kann nach Meinung vieler Experten durch eine Impfung verhindert werden. Diese Impfung wird als Zweifach-Impfung im Alter von 9 bis 14 Jahren vor dem ersten Geschlechtsverkehr empfohlen. Seit 2015 werden bis zu einem Alter von 17 Jahren die Kosten für die Impfung von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Bisher wurde die Impfung seitens der STIKO nur für Mädchen angeraten. Nun wird auch eine Empfehlung für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren ausgesprochen. Eine Immunisierung sollte vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. Wie bei der HPV-Impfung für Mädchen sind zwei Impfungen im Abstand von mindestens fünf Monaten notwendig. Wenn die erste HPV-Impfung im Alter von 15 Jahren oder älter verabreicht wird, sind insgesamt drei Impfungen notwendig. Eine Nachholimpfung sollte bis zum Alter von 17 Jahren erfolgen.

 

Hintergrund und Kontakt

In Fulda wurde das Projekt „HPV-Impfung macht Schule“ gestartet. Der Förderverein für Krebsberatung initiierte die Aufklärungskampagne zur Impfung gegen die HP-Viren nach einer Idee des Gesundheitsnetzes Rhein-Neckar. Mit der Kampagne sollen die Impfquoten erhöht werden, um Erkrankungen dauerhaft vorzubeugen. Niedergelassene Ärzte des  Gesundheitsnetzes Osthessen in Kooperation mit dem Berufsverband der Gynäkologen haben in Elternabenden der 3. und 4. Klassen und an weiterführenden Schulen informiert. Eltern, die ihre Kinder impfen lassen wollen, können dies bis Ende des Jahres in den jeweiligen Arztpraxen durchführen lassen. Nach sechs Monaten erfolgt die zweite Impfung.

Neben der Impfung bietet das gesetzliche Früherkennungsprogramm für Frauen ab 20 Jahren den jährlichen Zellabstrich vom Gebärmutterhals (PAP-Abstrich) und ab 35 Jahren alle drei Jahre einen HPV-Test mit dem PAP-Abstrich kombiniert.

 

Infos finden sich auch unter den jeweiligen Suchworten im Internet auf der Seite des Robert-Koch-Institutes unter www.rki.de.

Kontakt unter Telefon (0661) 6006-6012 (Dr. Helmut Ernst) oder per E-Mail: unter gesundheitsamt(at)landkreis-fulda.de

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