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Positive Zwischenbilanz im LIFE-Projekt "Hessische Rhön"

Enge Zusammenarbeit für den Naturschutz (von links): LIFE-Projektmanager Elmar Herget, Projektmitarbeiterin Kristine Schmitt, Schäfer (sen.) Hubert Käsmann und Nüsttals Bürgermeisterin Marion Frohnapfel auf einer der Maßnahmenflächen am Linsberg bei Mittelaschenbach. Foto: Anna-Lena Bieneck

Seit Anfang Juni weiden die Schafe und Ziegen von Hubert und Oliver Käsmann am Hang des Linsbergs. Foto: Thomas Bug

Der Diplom-Biologe Uwe Barth (hier mit Kristine Schmitt vom LIFE-Projekt) untersucht am Linsberg auf einer Daueruntersuchungsfläche in regelmäßigen Abschnitten, wie sich die LIFE-Maßnahmen auf die Pflanzenwelt auswirken. Foto: Kristine Schmitt

Der Linsberg vor der Rodung und Entbuschung. Foto: Kristine Schmitt

Der Linsberg (selbe Fläche) nach der Rodung und Entbuschung. Foto: Kristine Schmitt

Maßnahmen zum Schutz der wertvollen Magerrasen in Nüsttal sind in vollem Gange

NÜSTTAL-MITTELASCHENBACH, 16.06.2020 – Mit jahrelanger akribischer Planung und Konzeption hat es begonnen, nun trägt das LIFE-Projekt in der Hessischen Rhön sichtbare Früchte. Eines der wichtigsten Gebiete des EU-Projekts zur Umsetzung der sogenannten Natura-2000-Ziele ist Nüsttal: Zum Schutz der wertvollen Kalkmagerrasen im Bereich Hofaschenbach und Mittelaschenbach hat sich hier in den vergangenen Monaten viel getan. Die Projektbeteiligten ziehen eine positive Zwischenbilanz.

Die Sonne brütet über der Laurentiuskapelle auf dem Linsberg bei Mittelaschenbach. Der wolkenfreie Himmel erlaubt einen klaren Blick über das Nüsttaler Land bis hin zur Wasserkuppe. Doch nicht nur der schöne Ausblick macht den Linsberg, für Wanderer direkt an der Extratour Ulmenstein gelegen, zu etwas Besonderem. „Durch ihre Strukturvielfalt zählt die Fläche zu den wenigen besonders wertvollen Magerrasen im Landkreis Fulda“, erklärt LIFE-Projektmanager Elmar Herget. „Oben ein steiler trockener Bereich, geprägt durch teils offene Bodenflächen, kleinere Abbrüche und Kalksteinschutt, unten ein feuchterer flacher Hang, der teils beschattet ist: Diese Ausprägungsvielfalt fördert nicht nur den Reichtum der hier vorkommenden Pflanzenarten, sondern ist damit auch von großer Bedeutung für Vögel, Eidechsen und Insekten wie Laufkäfer, Bienen, Schmetterlinge und Heuschrecken.“

Artenreichen Magerrasen wie diese stehen – neben den für die Hessische Rhön typischen Bergmähwiesen und den Borstgrasrasen – im Mittelpunkt des im Jahr 2016 gestarteten LIFE-Projekts „Hessische Rhön, Berggrünland, Hutungen und ihre Vögel“. Bis Ende 2022 sollen neue Methoden erprobt werden, um diese seltenen Räume zu erhalten – unter Mithilfe von Landwirten und den beteiligten Gemeinden. Ein erster Schritt am Linsberg waren flächige Entbuschungsmaßnahmen und die Rodung von Gehölzen. „Einzelne Bäume oder Sträucher wie Wacholder sind dabei als Strukturelemente erhalten geblieben“, erklärt Projektmitarbeiterin Kristine Schmitt. „Sie sind mit ihren Blüten und Samen für viele Tierarten wichtig und dienen den Vögeln als Ansitz. Zudem bieten sie den Schafen und Ziegen während der Beweidungszeit Schatten und Rückzugsmöglichkeiten.“ Denn auch sie ist ein wichtiger Partner im LIFE-Projekt: Die Schäferei Oliver Käsmann aus Eiterfeld mit rund 150 Schafen und Ziegen, die seit Juni auf den neuen freigelegten Flächen am Linsberg als „Landschaftspfleger“ eingesetzt sind. Sie helfen, die Landschaft weiterhin offenzuhalten. Ein eigens beauftragtes Planungsbüro hat für die Projektflächen – auch am Elzbachsrain und am Krengelsberg – ein Weidekonzept erstellt. Wie sich die Maßnahmen auf die Pflanzengesellschaften auswirken, untersucht der Biologe Uwe Barth am Linsberg während der kompletten Projektlaufzeit auf einer Daueruntersuchungsfläche. „Unter anderem konnten wir bereits drei Orchideenarten erfassen“, sagt Kristine Schmitt. In Deutschland sind Orchideen insgesamt eher selten, mit mehr als 40 Arten bietet die Rhön einen besonders wertvollen Schatz. Die Begeisterung für die streng geschützten Pflanzen ist groß: Jeden Sommer nehmen zahlreiche Besucher an geführten Orchideenwanderungen teil. Ihre Standorte sind oft Lebensraum für weitere, nicht minder seltene und schützenswerte Pflanzen und Tiere wie die Küchenschelle und den Baumpieper, die ebenfalls bereits am Linsberg erfasst wurden.

„Dass unser Magerrasen nicht nur aus naturschutzfachlicher Sicht ein Juwel ist, ist seit der Erschließung der Extratour Ulmenstein immer mehr ins Bewusstsein gerückt,“ erklärt Nüsttals Bürgermeisterin Marion Frohnapfel. Eine wichtige Grundlage für das LIFE-Projekt – Akzeptanz und Verständnis in der Bevölkerung – sei geschaffen worden. „Die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und die unterschiedlichen Interessen zu hören, war von Beginn an oberstes Ziel“, erklärt Frohnapfel. Dies sei in einem intensiven Dialog, zum Beispiel bei Bürgerversammlungen, gelungen. „Die Menschen haben verstanden, dass das Freistellen bestimmter Bereiche unsere schöne Kulturlandschaft bereichert.“ Auf den wertvollen Kalkmagerrasen im Raum Nüsttal sind weitere Entbuschungsmaßnahmen für Herbst 2020 geplant. Bereits umgesetzte Maßnahmen sind die Rodung von geschlossenen Gehölzflächen und Entbuschungsmaßnahmen am Elzbachsrain sowie die Optimierung und Neuschaffung von Magerrasen und potenziellen Entwicklungsflächen am Kaltenhauk und am Malhauk. „Natürlich bringt ein solches Großprojekt auch viele Bedenken mit sich. Die Menschen fragen sich, wie es nach der Laufzeit weitergeht“, sagt Elmar Herget, der betont: „Die Finanzierung zum Schutz, zur Pflege und zum Erhalt der Natura-2000-Flächen ist langfristig vertraglich gesichert.“

Ausführliche Informationen zu den Zielen und Maßnahmen im LIFE-Projekt finden Sie unter www.rhoener-bergwiesen.de.

 

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