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Michael Möller hat im März Verantwortung übernommen und setzt auf Digitalisierung

Michael Möller hilft, die passende Selbsthilfegruppe zu finden, und leistet Unterstützung bei der Gründung von neuen Gruppen. Foto: Suria Reiche

Wandel im Selbsthilfebüro Osthessen

FULDA, 05.12.2019 - Ein nicht mehr ganz so neues Gesicht im Selbsthilfebüro Osthessen: Bereits seit März dieses Jahres hat Michael Möller die Verantwortung in den Räumlichkeiten in der Petersberger Straße 21 übernommen, betreut die rund 160 Selbsthilfegruppen in Osthessen und kennt ihre Sorgen und Nöte – aber auch ihre Stärken.

 

Im Selbsthilfebüro Osthessen finden Menschen mit gesundheitlichen oder psychischen Problemen Hilfe bei der Suche nach einer passenden Selbsthilfegruppe, und Menschen, die eine solche ins Leben rufen wollen, erhalten dabei fundierte Unterstützung. Rund 160 entsprechende Gruppen gibt es derzeit in Osthessen – Tendenz steigend. Seitdem er die Verantwortung übernommen hat, hilft der 35-jährige Michael Möller in nahezu jedem Monat einer weiteren Gruppe bei der Gründung. Der ehemalige Leiter des Geburtshauses und Familienzentrums ist auch erster Ansprechpartner für Menschen in schwierigen Lebenssituationen, mit gesundheitlichen Einschränkungen oder psychischen Erkrankungen, die Anschluss an eine Selbsthilfegruppe suchen.

 

Möller stellt den Kontakt zu einer passenden Gruppe her und sorgt damit dafür, dass die Hilfesuchenden auf andere Menschen mit den gleichen Problemen treffen. Und das kann guttun, weiß Möller sowohl von seiner jetzigen Arbeit als auch durch sein bisheriges Ehrenamt in der Selbsthilfe: „Ich kann nur sagen, wie etwas ist, wenn ich’s selbst erlebt habe“, sagt er und erklärt damit, warum sich Selbsthilfegruppen seit ihren Anfängen in den 60er Jahren wachsender Beliebtheit erfreuen. „In den jeweiligen Selbsthilfegruppen findet man andere Betroffene, bei denen man auf Verständnis trifft und ungezwungen über seine Probleme reden kann“, so der gebürtige Künzeller.

 

Der stetige Wandel macht die Selbsthilfegruppen für Möller zum „Spiegel der Gesellschaft“: „Beim Blick auf die rund 160 Gruppen in Osthessen bekommt man ein gutes Bild davon, was die Menschen beschäftigt.“ Und das ist vielfältig, genauso wie Möllers Arbeit im Selbsthilfebüro, dessen Träger „Der Paritätische“ ist: Neben Beratung und Unterstützung kümmert sich Möller auch um Dinge wie Öffentlichkeitsarbeit. „Als Quereinsteiger habe ich einen anderen Blick auf die Dinge und setze sie vielleicht sogar stringenter um“, sagt der gelernte Kaufmann und studierte Betriebswirt. Erstmals in seiner Geschichte hat das Selbsthilfebüro Osthessen zum Beispiel eigene Auftritte in den sozialen Netzwerken.

 

„Die Digitalisierung ist einfach ein zu großes Thema, um sich nicht damit auseinanderzusetzen“, sagt Möller. Und er sieht darin eine gute Möglichkeit, auch junge Menschen zu erreichen und auf Selbsthilfe aufmerksam zu machen. „Deswegen animiere ich auch die Gruppen dazu, auf Facebook, Instagram und Co. aktiv zu werden“, sagt Möller, der noch weitere Vorteile in der Digitalisierung sieht: „Ich plane zum Beispiel, Online-Seminare für Gruppen aufzubauen, um das Problem von eingeschränkter oder fehlender Mobilität aus dem Weg zu räumen. Die Gruppenmitglieder könnten von zuhause daran teilnehmen. Und seit den Sommerferien biete ich auch eine Werkstatt zur Digitalisierung an.“

 

Im Selbsthilfebüro Osthessen ist also ganz schön viel im Wandel, seitdem Möller hier die Verantwortung übernommen hat – genauso wie in der Selbsthilfe selbst eben.

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