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Landkreis Fulda wickelt für 14 kreisangehörige Kommunen Vergabeverfahren ab / Arbeitserleichterung und Kostenersparnis

Nach der Vertragsunterzeichnung (v.l): Benjamin Roth (Landkreis), Landrat Bernd Woide, Carsten Froß (Petersberg), Florian Hölzer (Kalbach), Hubert Blum (Hilders), Heiko Stolz (Neuhof), Klaus-Dieter Vogler (Dipperz), Peter Kirchner (Ehrenberg), Markus Röder (Hofbieber), Simon Sauerbier (Burghaun), Marion Fronapfel (Nüsttal), Peter Malolepszy (Hosenfeld), Jürgen Hahn (Rasdorf), Timo Zentgraf (Künzell), Christian Henkel (Flieden) Foto: Sebastian Mannert

„Wir entscheiden nicht was, sondern wie beschafft wird“

LANDKREIS FULDA, 09.03.2020 - Im Zuge der interkommunalen Zusammenarbeit erfährt die Zentrale Vergabestelle beim Landkreis Fulda eine Ausweitung. Ab Juni werden dort für insgesamt 14 kreisangehörige Kommunen die gesetzlich vorgeschriebenen Vergabeverfahren durchgeführt. Landrat Bernd Woide und die Bürgermeister der betreffenden Kommunen haben jetzt die vertraglichen Vereinbarungen unterschrieben.

Die Zentrale Vergabestelle des Landkreises gibt es seit 1. Juli 2017. Zuvor hatten die verschiedenen Fachdienste der Kreisverwaltung diese Aufgabe separat wahrgenommen und ihre jeweils anfallenden Leistungen eigenständig vergeben. Vor dem Hintergrund der immer komplizierter und umfangreicher werdenden Anforderungen, aber auch wegen der zunehmenden Digitalisierung der einzelnen Abläufe erwies sich eine solche Vorgehensweise auf Dauer jedoch als wenig zweckdienlich und nicht mehr zeitgemäß. Daraufhin wurde beim Fachdienst für Rechtsangelegenheiten eine zentrale Vergabestelle eingerichtet, die von Justitiar Benjamin Roth geleitet wird. Der Fachdienst Revision ist ebenfalls in die Vergabeverfahren eingebunden.

Die Zentrale Vergabestelle hatte allein im letzten Jahr über 200 Vergabeverfahren durchgeführt und Leistungen im Gesamtwert von mehr als 200 Millionen Euro vergeben. Über 80 Prozent der Vergaben betrafen Bauleistungen an Kreisgebäuden. Dabei handelte es sich überwiegend um Schulen. Der Rest waren Vergaben unter anderem in den Bereichen Informationstechnik, Arbeitsmarkt oder Naturschutz. Durch die Öffnung der bislang internen Dienstleistung für interessierte Kommunen rechnet Benjamin Roth mit einer Verdoppelung der Vergabeverfahren. Zur Bewältigung der zusätzlichen Aufgaben wird die Vergabestelle personell aufgestockt. Inhaltlich neu sind für den Landkreis Vergaben in den Bereichen Straßenbau und Feuerwehrwesen.

Die Kommunen haben die Gewähr, dass ihre Vergabeverfahren ordnungsgemäß und entsprechend der gesetzlichen und formalen Vorgaben durchgeführt werden. Für die Inanspruchnahme dieses Serviceangebots überweise sie je nach Einwohnerzahl eine jährliche Pauschale. Im Gegenzug können sie Personal- und Sachkosten einsparen, die sich für alle 14 teilnehmenden Kommunen auf insgesamt 200.000 Euro belaufen dürften. Auch weil für das Projekt Fördermittel zugesagt sind, kann sich die Zentrale Vergabestelle auf diese Weise ein Stück weit refinanzieren. Die Letztverantwortung der Kommunen bleibt aber nach Aussage von Benjamin Roth unangetastet: „Wir entscheiden nicht was, sondern wie beschafft wird.“

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