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Des Volkes wahrer Himmel: Kirmes im Fuldaer Land

Sechs Mitarbeiter der Kreisverwaltung tragen stellvertretend für Menschen überall im Landkreis zur Pflege eines überlieferten Brauchtums bei
REGION (yk/was). Die Kirmes war ursprünglich der Weihetag einer Kirche, ein alljährliches Gedenkfest und somit von Anfang an ein Fest der Freude.Eine Freude, die man durch ein fröhliches, unbeschwertes und im Jahresverlauf einmaliges Fest zum Ausdruck brachte. Trotz ihrer religiösen Herleitung hat sich die Kirmes, die schon früh Formen weltlicher Volksfeste annahm, bis heute  erhalten. Stellvertretend für die vielen Menschen, die überall im Landkreis durch ihr aktives Mitwirken zur Pflege dieses Brauchtums beitragen, seien sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung genannt.
Die Kirmes feierte man traditionell Anfang November, weshalb sie auch die Bedeutung eines Erntefestes erhielt. In vergangenen Zeiten war der Sommer nämlich nicht wie heute eine Festzeit, sondern es musste sehr hart gearbeitet werden. Die Bauern und Knechte hatten nahezu keine Freizeit, und die dennoch freien Stunden nutzten sie, um sich auszuruhen. Im Herbst dagegen konnten die Bauern den Stress und die Strapazen der Feldarbeit bei einem Fest vergessen und den Erfolg ihrer Arbeit und Mühe feiern. Manche arme Familie waren jedoch außer Stande, sich Kirmesbraten und -kuchen zu leisten. Stattdessen malten sie sich oft musikalisch aus, wie man dereinst “im Bauernhimmel Kirmes feiern“ würde.

Die Kirmes war also ein Festtag. Dies spiegelte sich auch in der Kleidung der Leute wieder. In diesem Zusammenhang schildert Marlies Henkel, Sachbearbeiterin im Fachdienst Schulen und Gründungsmitglied der Kolpinggruppe Junge Familie in Rothemann: „Wir hatten uns überlegt, dass wir die historische Kleidung, wie sie in Rothemann früher getragen wurde, nacharbeiten könnten. Deshalb sammelten wir alte Bilder, recherchierten und haben dann 1979 Kirmes erstmals mit der ’Rothemänner Tracht’ getanzt, auf die wir heute noch sehr stolz sind.“ Kirmesreservistin Conny Rößner, die in Rothemann von 1995 bis 2004 mitgetanzt hat, berichtet, dass sich auch ihre Tracht an das historische Vorbild anlehne. Für viel Beifall würden, so die Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr weiter, auch die alljährlich neu einstudierten Kirmestänze sorgen. Musik und Choreographie variierten jedes Jahr und ergäben immer wieder aufs Neue ein tolles Gesamtbild. Stefanie Junk, ebenfalls Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr und seit 2005 bei der Kirmestanzgruppe Flieden aktiv, findet zudem, dass dieser Festcharakter insbesondere durch das Wickeln der Kränze und Girlanden zum Ausdruck gebracht werde, die zusammen den späteren Baum schmücken.

Zwar hat das Kirmesbrauchtum im Fuldaer Land insgesamt einen Wandel erfahren, wesentliche Merkmale sind jedoch erhalten geblieben und haben sich bis in die Gegenwart behaupten können. Dazu zählen unter anderem: Festgottesdienst, Dreireihentanz, Ploatzrede und die Versteigerung des Kirmesbaums. Daneben hat jedes Dorf seine eigenen Kirmesbräuche und genauso vielseitig sind auch die Trachten und Hüte. So präsentiert Jürgen Stock, Leiter des Fachbereichs Arbeit, Soziales der Kreisverwaltung, der 15 Jahre lang im Vorstand der Zeltkirmes Michelsrombach tätig war, eindrucksvoll den mit bunten Blumen und Bändern üppig geschmückten Hut der Kirmesburschen. Von einem althergebrachten Kirmesbrauch weiß auch Sara Wehner, Sachbearbeiterin im Fachdienst Schulen, zu berichten. Sie selbst hat acht Jahre lang in Hofbieber mitgetanzt und dort wird eine Woche vor Beginn der Kirmes von den Kirmespaaren eine Erntekrone gesteckt und anschließend in der Kirmeshalle aufgehängt.

Michelle Dänner, Auszubildende der Kreisverwaltung und derzeit in der Ausländerbehörde des Landkreises eingesetzt, tanzt dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt bei der Kirmes in Seiferts mit. So kann auch dank ihrem Engagement die Botschaft des ursprünglichen Kirchweihfestes immer wieder aufs Neue aufleben, gemäß dem Ausspruch: „Hier ist des Volkes wahrer Himmel/Zufrieden jauchzet groß und klein:/Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein!“

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