Landkreis Fulda App

Seltene Fledermausart wird langsam wieder im Landkreis heimisch

Fuldaer Fledermausschützer setzen sich für Artenschutz ein / Mopsfledermaus benötigt totholzreiche Wälder


REGION (zae). Seit vielen Jahren setzt sich die Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Fulda e.V. unter Leitung von Stefan Zaenker für den Schutz der Fledermäuse im Landkreis Fulda ein. Eine der besonders seltenen Arten, die europaweit geschützte Mopsfledermaus, scheint sich langsam von den dramatischen Bestandsrückgängen in den 1950er und 1960er zu erholen. Die Fuldaer Fledermausschützer haben es sich zur Aufgabe gemacht, in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Natur und Landschaft der Kreisverwaltung sowie dem Forstamt Hofbieber die bekannten Vorkommen und Quartiere zu schützen

 

Die Mopsfledermaus zählt mit einer Flügelspannweite von 26 bis 29 Zentimeter zu den mittelgroßen Arten. Das Fell ist sehr dunkel gefärbt, fast schwarz mit hellen Haarspitzen. Unverwechselbar wird die Art durch die sich an der Basis berührenden und nur wenig über den Kopf stehenden Ohren. Ihren Namen bekam die Art wegen ihres charakteristischen Mopsgesichts. Die Wochenstuben der Mopsfledermaus, in denen die Jungenaufzucht stattfindet, befinden sich überwiegend in Spalten an Gebäuden oder häufiger hinter sich lösender Borke an Bäumen. Die bekannten Wochenstuben setzen sich meist nur aus kleinen, nur fünf bis 25 Weibchen zählenden Kolonien zusammen. Die Jagdgebiete liegen überwiegend im Wald, in einem Radius bis zu zehn Kilometer um das Quartier. Das Nahrungsspektrum setzt sich zum Großteil aus Kleinschmetterlingen zusammen. Winterquartiere befinden sich in Höhlen und Stollen, vor allem aber in Festungs- und Bunkeranlagen sowie kalten Felsen- oder Gewölbekellern.

Das Verbreitungsgebiet der Mopsfledermaus umfasst einen Großteil Mittel- und Südeuropas bis in den Kaukasus hinein. In Hessen galt die Mopsfledermaus Anfang des letzten Jahrhunderts als weit verbreitet. Nach dem flächendeckenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Land- und Forstwirtschaft Mitte des letzten Jahrhunderts stand die Art jedoch kurz vor dem Aussterben. Zwischen 1977 und 1994 wurde die Mopsfledermaus in Hessen gerade noch fünfmal im Winterquartier sowie einmal als Verkehrsopfer nachgewiesen Seitdem steigen die Nachweise wieder langsam an. Aus Nord- und Mittelhessen sind mehrere Winterquartiere in Stollen, Gewölbekellern und stillgelegten Eisenbahntunneln bekannt. In der Rhön konnten in 2003 und 2004 vier Wochenstubenkolonien gefunden werden. Bekannte Winterquartiere sind die Gewölbekeller in der Auersburg bei Hilders und am Stoppelsberg in der Burgruine Hauneck. Im Dezember 2011 konnte erstmals eine Mopsfledermaus im Milseburgtunnel nachgewiesen werden.

Mopsfledermäuse sind klassische Bewohner alter und totholzreicher Wälder. Daher hat das Forstamt Hofbieber die Artenpatenschaft für diese seltene Fledermausart übernommen. In Zusammenarbeit mit den Fuldaer Fledermausschützern werden spezielle Schutzkonzepte entwickelt. Neben dem Schutz bekannter Quartiere ist die Schaffung eines größeren Angebots an Quartieren notwendig. Vor allem durch die Erhöhung des Anteils von stehendem Totholz in den Wäldern kann die Situation verbessert werden. Im Bereich der festgestellten Wochenstubengebiete in der Rhön soll sich im zentralen Quartierbereich die Bewirtschaftung auf absolute Ausnahmen beschränken und sehr vorsichtig erfolgen oder eingestellt werden. Auf den Einsatz von Pestiziden im Rahmen der forstlichen Bewirtschaftung wird künftig verzichtet. Hier ist auch die Einrichtung von Kernflächen und neuen Kernzonen im Biosphärenreservat Rhön von großer Bedeutung.

 

Info

Der Landkreis Fulda und insbesondere das Biosphärenreservat Rhön sind Lebensraum für eine ganze Anzahl seltener und streng geschützter Arten. Auf den „Kreisseiten“ sollen die Juwelen dieser heimischen Arten, die der Naturfreund nur selten beobachten kann, in loser Abfolge vorgestellt werden. Den Anfang hat am 30. September die Kreuzotter gemacht.

WEITERE SERVICE SEITEN für alle Mitbürger(innen)

Zum Pflegestützpunkt

Pflegestützpunkt

Zum Pflegestützpunkt >

Dext-Fachstelle

Dext-Fachstelle

Zur Dext-Fachstelle >

Landratsamt Fulda

Wörthstraße 15
36037 Fulda

Bürgerservice: (06 61) 115
Telefon: (06 61) 60 06-0
Telefax: (06 61) 60 06-10 99

E-Mail: buergerservice(at)landkreis-fulda.de