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Die „35“ bedient unter der Woche Schulverkehr und bringt am Wochenende Ausflügler ent-spannt auf die Wasserkuppe / „Testfahrt“ mit Familie

Corvins Souvenirs vom Ausflug auf die Wasserkuppe: „Das Fahren mit dem Rhönbob, das Rodeln und die Busfahrt waren am schönsten.“ Bildnachweis: S. Limpert

Corvins Souvenirs vom Ausflug auf die Wasserkuppe: „Das Fahren mit dem Rhönbob, das Rodeln und die Busfahrt waren am schönsten.“ Bildnachweis: S. Limpert

Die Linie mit dem Sonntagsgesicht

FULDA/WASSERKUPPE. Wenn man per ÖPNV den Schulweg bewältigt, ist Busfahren nicht besonders reizvoll. Dennoch konnte ich zwei Söhne, zwei Nichten und einen Neffen überreden, mich bei einer „Testfahrt“ mit der Linie 35 zu begleiten. Als Belohnung winkte ein Spaß-Aufenthalt auf der Wasserkuppe. Der fünfjährige Corvin wäre auch ohne „Bestechung“ mitgekommen; er freute sich allein schon auf die Fahrt in dem riesigen Fahrzeug. Am Ende sind wir uns einig: Die Busfahrt hat dazu beigetragen, den Ausflug zu einem wunderschönen Erlebnis zu machen.

Bepackt mit Proviant warten wir samstags um zehn Uhr am Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) in Fulda auf den Bus, der über Künzell, Weyhers und Poppenhausen auf Hessens höchsten Berg fährt. Beim Bezahlen die Überraschung: Mit dem Kauf einer Tagesgruppenkarte gelangen bis zu fünf Personen für 16,60 Euro auf die Wasserkuppe und wieder zurück. Berechnet man die Kosten für Sprit und Parkgebühren ein, so ist die Fahrt mit dem öffentlichen Verkehrsmittel nicht nur umweltfreundlicher, sondern zudem kaum teurer als mit dem Pkw.

Außer uns steigen drei weitere Fahrgäste am ZOB ein, davon jedoch nur einer mit der Endstation Wasserkuppe. Gerd Reininger war morgens um halb acht in Wiesbaden mit dem Zug nach Fulda gestartet. Er möchte über das Rote Moor wandern und abends von Gersfeld aus per Bahn wieder nach Hause fahren. „Ich nutze das RMV-Ticket gerne für solche Tagestouren“, berichtet er.

„Im Sommer und Herbst fahren wesentlich mehr Wanderer mit“, führt Busfahrer Peter Heun aus. „Da ist der Bus oft richtig voll.“ Für seinen Kollege Oswald Krimmel weist die Linie 35 atmosphärisch die „gewaltigsten Unterschiede zwischen Wochentagen und Wochenende“ auf. „Am Wochenende sind die Fahrgäste freundlicher; die Stimmung ist oft toll; einmal ist ein älteres Ehepaar eingestiegen, und der Mann hat mit seiner Mundharmonika musiziert“, erinnert sich Krimmel. Unter der Woche nutzten vor allem Schüler die Verbindung. Auch das Klinikum sei ein häufiges Ziel von Passagieren.

Pia Pröse und Amir Tajik sind heute Vormittag mit der „35“ zu ihrem Arbeitsplatz bei „Peterchens Mondfahrt“ gelangt und befinden sich jetzt wieder auf dem Nachhauseweg. Beide besitzen keinen Führerschein und sind froh über die Beförderungsmöglichkeit am Wochenende. Auch sie sind gut gelaunt: Der 17-jährige Amir hat seinen letzten Praktikumstag in der Gaststätte absolviert und eine Zusage für eine Ausbildung zum Koch in der Tasche.

Die Busfahrer Heun und Krimmel sagen unisono, dass sie an den Touren auf die Wasserkuppe die herrliche Landschaft schätzten. Ohne gleichzeitig auf den Verkehr achten zu müssen, können die Fahrgäste betrachten, wie sich die Lütter in der Frühlingssonne glitzernd durch eine Aue schlängelt. „Da sind Pferde!“, ruft die neunjährige Ida zwischendurch. Und bei Abtsroda kommen die ersten Paraglider am blauen Himmel vor der Kulisse des Pferdskopfs in Sicht.

Doch um genau zu sein, blicken wir bereits seit dem Halt in Pilgerzell auf einen Gleitschirmflieger: Alexander Seibert ist uns beim Einsteigen durch seinen riesigen Rucksack aufgefallen. Darin transportiert er seine Gleitschirmausrüstung. Dass der 34-Jährige vorhat, mit seinem Sportgerät vielleicht sieben Stunden am Himmel zu verbringen und hundert Kilometer zurückzulegen, ohne zu wissen, wie er nach der Landung wieder nach Hause gelangt, finden nicht nur die Kinder abenteuerlich.

Eigentlich hatten wir geplant, den Bus um 15.13 Uhr zurück nach Fulda zu nehmen. Doch nach Mittagessen und ausgiebigem Fahren mit dem Rhönbob fahren sind wir um 15 Uhr gerade in den Wipfeln des Kletterwalds unterwegs. Also geht es erst um 18.13 Uhr zurück, nachdem wir der Sommerrodelbahn einen weiteren Besuch abgestattet haben. Voll Stolz und nur wenig zerknirscht trägt Corvin das (Erinnerungs-)Foto, auf dem er – wie er glaubt – wegen zu schnellen Fahrens im Rhönbob geblitzt worden sei.

Um Radarfallen brauche ich mir während der Heimfahrt keine Gedanken machen, auch ein Bier hätte ich mir guten Gewissens genehmigen können. „Sind wir wirklich 50 Minuten gefahren?“, fragt sie 16-jährige Marie beim Aussteigen. „Das kam mir viel kürzer vor.“ Und Corvin antwortet auf die Frage, was ihm am besten gefallen habe: „Das Fahren mit dem Rhönbob, das Rodeln und die Busfahrt, das war alles gleich schön.“

Info

Der Fahrplan der Linie 35 ist unter www.lng-fulda.de abrufbar (siehe „Fahrplan“). Preisauskunft unter www.rmv.de. Kinder unter 6 Jahren reisen innerhalb des Verkehrsverbunds grundsätzlich kostenfrei.

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