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Seit 2008 arbeiten Stadt und Kreis bei straffälligen Jugendlichen zusammen

Bettina Beck und Christof Jürissen von der Jugendhilfe im Strafverfahren gehören zu einem Team aus Stadt- und Kreissozialarbeitern. Foto: Leoni Rehnert

Bettina Beck und Christof Jürissen von der Jugendhilfe im Strafverfahren gehören zu einem Team aus Stadt- und Kreissozialarbeitern. Foto: Leoni Rehnert

„Die meisten sehen wir nur einmal“

KREIS FULDA. 27.08.2018  – „Jeder Mensch hat immer wieder die Chance, sein Leben zu ändern, das Ruder rumzureißen  – und er wird in unserem Hilfesystem dabei Unterstützung finden“, sagt Bettina Beck, die damit jede Menge Erfahrung hat: Seit zehn Jahren arbeitet sie in der Jugendhilfe im Strafverfahren (JuHiS), die 2008  als gemeinsame Fachstelle von Stadt und Kreis Fulda gestartet ist  – und das fünfköpfige Team hat zum Ziel, jungen Menschen, die straffällig geworden sind, beizustehen und neue, straffreie, Wege aufzuzeigen.

Einsehen, einstehen – so steht es auf dem Flyer der Fachstelle. „Es sind zwei ganz wesentliche Begriffe für diese Arbeit“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt. „Denn genau darum geht es: Jungen Menschen, die zum ersten oder auch zum wiederholten Mal vor Gericht stehen, klar zu machen, dass sie für ihr Tun und die Folgen Verantwortung übernehmen müssen. Dabei werden sie von der JuHiS unterstützt – kompetent, emphatisch und konsequent.“
Bettina Beck und ihre Kolleginnen und Kollegen begleiten nicht nur die jungen Menschen, auch die Eltern können sich dort Hilfe holen. Mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter, aber auch allein. „Denn unser Beratungsangebot muss zunächst niemand  annehmen“, sagt Bettina Beck. „Erst wenn in einem Verfahren Auflagen oder Maßnahmen gegen Täter angeordnet worden sind, dann müssen die jungen Leute mit uns zusammenarbeiten.“  Dann geht es um Sozialstunden, um Anti-Gewalt-Kurse und manchmal auch um die verpflichtende Teilnahme an Sporttrainings. Lob für das Team gibt  es auch von Bürgermeister Dag Wehner: „Sie leisten eine wichtige Arbeit für unsere Gesellschaft. Gerade bei jugendlichen Straftätern ist es wichtig, sie möglichst früh in den Blick zu nehmen, um ihr Abgleiten in eine lebenslange kriminelle Laufbahn zu verhindern.“ 

„Die weitaus meisten unserer Klienten – etwa 500 waren es im vergangenen Jahr – schlagen nur einmal über die Stränge. Sie haben geklaut, sich geprügelt oder sind ohne Führerschein Auto gefahren, wurden erwischt und sind dann total geschockt. Das ist vielen eine Lehre. Die meisten sehen wir hier nur einmal“, sagt die Sozialarbeiterin. Mehr Sorgen machen jene, die immer wieder ausscheren vom geraden Weg. Oft fehle diesen jungen Männern und Frauen der Rückhalt durch eine gefestigte Familie. „Zu klauen, einzubrechen, Drogen zu nehmen – die Gründe dafür sind häufig in der Sozialisation der jungen Menschen zu finden“, sagt sie. Aber auch schwere Fälle geben Bettina Beck und ihre Kollegen nicht auf: „Wir sind es nicht leid, immer wieder den Versuch zu unternehmen, dass der Jugendliche begreift, dass er umkehren muss.“ 
Das tun sie durch Beratung nach einer Strafanzeige, bei notorischen Schulschwänzern und schließlich bei Gerichtsverhandlungen.

„Die Jugendhilfe ist eine der Säulen des Jugendstrafverfahrens“, sagt Jugendrichter Christoph Mangelsdorf und erläutert das: „Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter klären für das Gericht die soziale Situation und die erzieherischen Bedürfnisse des angeklagten Jugendlichen. Sie unterstützen in der Hauptverhandlung den Jugendrichter bei der Entscheidungsfindung durch gezielte Vorschläge, wie erzieherisch auf den Jugendlichen eingewirkt werden könnte. Sie organisieren die verhängten Auflagen und Weisungen und begleiten die jungen Menschen auch dabei, ihre Zukunft etwa gewalt- und drogenfrei zu gestalten. All das wird in Fulda mit hohem persönlichem und finanziellem Aufwand in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendrichter gewährleistet.“
Das aktuelle Team setzt sich zusammen aus den Sozialarbeiten Bettina Beck, Jürgen Brehl, Petra Eisermann, Nico Rachuj und Michael Bolz sowie dem Sachgebietsleiter Christof Jürissen und Bettina Grösch-Fell (Verwaltung).

Wer sich als gemeinnützige Einrichtung oder Kommune für das Ableisten von Arbeitsstunden zur Verfügung stellen möchte, kann sich melden unter Telefon (0661) 102-1978. 

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