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Feierliche Übergabe an drei Umweltminister / 66 Projektideen

Mit Stolz konnten die Beteiligten ihr gelungenes Werk in der vollbesetzten Gersfelder Stadthalle präsentieren. Foto: BRR

Mit Stolz konnten die Beteiligten ihr gelungenes Werk in der vollbesetzten Gersfelder Stadthalle präsentieren. Foto: BRR

Landrat Woide sieht vor allem Chancen für die Rhön. Foto: N. Moalem

Landrat Woide sieht vor allem Chancen für die Rhön. Foto: N. Moalem

Neues Zukunftskonzept für die Entwicklung der Rhön

GERSFELD, 25.05.2018 - Volles Haus und prominenter Besuch am Mittwochabend in der Gersfelder Stadthalle: Zur Übergabe des neuen Rahmenkonzepts für das Biosphärenreservat Rhön an die Umweltministerinnen und -minister von Hessen, Thüringen und Bayern hatten die Verantwortlichen zu einer großen Feierstunde geladen. Damit geht ein Mammutprojekt zu Ende, dessen Ergebnis ein neues Leitbild und ein Zukunftskonzept für die nachhaltige Entwicklung der Rhön ist.

Mit vereinten Kräften aus Hessen, Bayern und Thüringen ist in den vergangenen vier Jahren das neue dreibändige Rahmenkonzept für das UNESCO-Biosphärenreservat erarbeitet worden. Neben einer Bestandsaufnahme der aktuellen Situation 27 Jahre nach Anerkennung der Rhön als Biosphärenreservat formuliert es Ziele und Perspektiven für die kommenden zehn Jahre sowie 66 konkrete Projektideen. Hierfür hatten sich elf Arbeitsgruppen länderübergreifend mit verschiedenen Themenbereichen wie Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus, Klimaschutz, Demografie, Mobilität und Bildung bis hin Kultur und Forschung beschäftigt. Insgesamt 300 Rhöner Akteure waren direkt an der Erstellung beteiligt. In der feierlichen Übergabe des Konzepts durch die drei Verwaltungsstellenleiter an die Ministerinnen Priska Hinz (Hessen) und Anja Siegesmund (Thüringen) sowie deren bayerischen Kollegen Marcel Huber fand der Prozess jetzt seinen offiziellen Abschluss. Durch den kurzweiligen Abend führten hr-Moderatorin Kristin Gesang und der Rhöner Kabarettist Wolf Mihm. Für musikalische Unterhaltung sorgte das Rhöner Mundart-Trio „Grasmücken“.   

„Natur und Umwelt kennt keine Landesgrenzen. Hessen, Bayern und Thüringen haben sich gemeinsam verpflichtet, das Biosphärenreservat Rhön nachhaltig weiterzuentwickeln und modellhaft zu fördern“, sagte die hessische Umweltministerin Priska Hinz in ihrer Ansprache in der vollbesetzten Stadthalle und hatte viele lobende Worte für alle am aufwändigen Prozess Beteiligten. Es sei eine besondere Leistung, dass keine externen Gutachter beauftragt wurden, sondern diejenigen mitgestaltet haben, die in der Rhön leben. „Das neue Konzept erfüllt beispielhaft die Anforderungen der UNESCO und nimmt Zukunftsfragen ländlicher Räume in den Fokus.“ Dazu gehörten beispielsweise Themen wie die biologische Vielfalt als auch der Fachkräftemangel, Mobilitätskonzepte oder die medizinische Versorgung auf dem Land. Nun gehe es darum, sich diesen zu stellen und länderübergreifende Lösungen umzusetzen. Mit zusätzlichen finanziellen Mitteln in Höhe von je 150.000 Euro für 2018 und 2019 werde Hessen dem Rückgang der biologischen Vielfalt in der Rhön begegnen. Außerdem soll eine neue Stelle für die länderübergreifende Öffentlichkeitsarbeit der Rhön geschaffen werden, kündigte Hinz an.

Große Einigkeit unter den Ministern besteht darin, dass die Entwicklung des Biosphärenreservates Rhön beispielhaft sei und das neue Konzept insgesamt zu einer Stärkung der Region führe. Die Verknüpfung von Natur- und Umweltschutz mit nachhaltigem Wirtschaften biete den Menschen der Region hervorragende Zukunftsperspektiven.  

Auch Landrat Bernd Woide hob in seinem Grußwort lobend hervor, dass das neue Rahmenkonzept aus der Rhön heraus erarbeitet und nicht von außen aufgestülpt worden sei. Viele der aktuellen Herausforderungen im Biosphärenreservat stünden in einem ständigen Zielkonflikt und viel zu oft würde nur von den Nachteilen des ländlichen Raumes gesprochen. Ihm sei als Landrat besonders wichtig, dass er vor allem die Chancen der Rhön erkannt und die Region so weiterentwickelt werde, dass die Menschen gut und gerne hier leben. Das neue Rahmenkonzept sei ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung.        

In einer anschließenden von Kristin Gesang moderierten Talkrunde stellten sich Umweltministerinnen Hinz und Siegesmund sowie der bayerische Kollege Huber brennenden Zukunftsfragen der Rhön zu nachhaltiger Mobilität, Rückgang der Artenvielfalt, Umweltbildung und Fachkräftemangel.

Info:

Weitere Infos zum Rahmenkonzept, dem Prozess und den einzelnen Projekten gibt es unter http://biosphaerenreservat-rhoen.de/wie-ist-der-plan

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