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Antonia Tischer arbeitet im Fachdienst Bauen und Wohnen des Landkreises Fulda / Am 17. April dieses Jahres eingebürgert

Das hauptsächliche Aufgabengebiet der Deutsch-Spanierin Antonia Tischer im Landratsamt ist die Digitalisierung der dort lagernden Bauakten. Foto: Sebastian Mannert

„Ich bin eine Deutsche mit spanischen Wurzeln“

FULDA/POPPENHAUSEN, 10.10.2019 - Antonia Tischer, geborene Cantalejo Martinan, ist die Tochter einer spanischen Gastarbeiterfamilie aus Malaga. Im Rentenalter sind die Eltern nach vierzig Jahren in Deutschland in ihre andalusische Heimat zurückgekehrt, um dort den Lebensabend zu verbringen. Während die Schwester den Eltern nachgezogen ist, blieb Antonia ebenso wie ihr Bruder in Deutschland und wohnt heute in Steinwand. Aufgrund ihrer Familienbiografie zählt die fast 52-Jährige zu den typischen Vertretern der zweiten Gastarbeitergeneration.

 

Die gelernte Bürokauffrau, die seit 2017 beim Fachdienst Bauen und Wohnen des Landkreises Fulda beschäftigt ist und sich dort vor allem um die Digitalisierung der Bauakten kümmert, hat nur zwei Jahre in ihrer frühen Kindheit in Spanien verbracht. Obwohl sie zweisprachig aufgewachsen ist und stark von der spanischen Gemeinde in Fulda geprägt wurde, kennt Antonia Tischer die Heimat ihrer Vorfahren im Wesentlichen nur von Besuchen bei den Eltern und Urlaubsreisen. Sich selbst bezeichnet sie als „in Deutschland lebende Deutsche mit spanischen Wurzeln“. Deshalb liegt die Frage nahe, warum sie sich nicht schon länger zu dem am 17. April dieses Jahres vollzogenen Schritt der Einbürgerung entschlossen hat.

 

Sie habe sich mit dieser Möglichkeit auch schon früher auseinandergesetzt – „erstmals, als ich Mitte Zwanzig war“, blickt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern zurück. Ein Verzicht auf die spanische Staatsangehörigkeit – „wegen der damit verbundenen Loyalitätskonflikte stand eine doppelte Staatsangehörigkeit für mich nie zur Diskussion“ – wäre ihr jedoch wie ein Verrat an der Herkunftsfamilie vorgekommen. Der Wendepunkt kam, als ihr damaliger Lebensgefährte und heutiger Ehemann, der Musiker Frank Tischer, die Eltern um die Hand der Tochter bat und diese einverstanden waren. „Damals hat sich bei mir eine Blockade gelöst, und ich hatte nicht mehr das Gefühl, einen Teil meiner Identität preisgeben zu müssen.“

 

Dann ging alles sehr schnell: Weil Antonia Tischer auf Grund ihres jahrzehntelangen Aufenthalts in Deutschland keinen Einbürgerungstest mit dem Nachweis von Sprachkenntnissen absolvieren und nur einige Zeugnisse nachreichen musste, konnte die Einbürgerung noch vor der Heirat erfolgen. Das hatte auch gleich einen ganz praktischen Nutzen, denn der deutsche Reisepass für die Hochzeitsreise lautete bereits auf ihren neuen Familiennamen. Obwohl die Einbürgerungsfeier im Landratsamt zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wurde und die eigentliche Einbürgerung mit der Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit im kleinen Rahmen stattfand, habe sie dieser Moment, so Antonia Tischer, „zutiefst berührt“.

 

Auch wenn die im rheinland-pfälzischen Zweibrücken gebürtige Poppenhäuserin inzwischen ganz offiziell Deutsche ist und bereits lange vor der Einbürgerung „voll integriert“ war, bleibt die enge gefühlsmäßige Bindung an Spanien vor allem durch ihre Familie bestehen. „Ich kann meine Wurzeln beispielsweise beim Wahrnehmen bestimmter Gerüche oder beim Hören von Musik regelrecht spüren und träume sogar hin und wieder auf Spanisch.“ Zudem sind die beiden besten Freundinnen Spanierinnen mit deutschen Partnern, während ihre Kinder zwar spanisch sprechen, aber eher wie eine gut gelernte Fremdsprache. Ohnehin ist für Antonia Tischer die Zugehörigkeit zu einer Nation „nur Beigabe und nichts, was den Menschen an sich ausmacht“.

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