Schutzambulanz für Opfer von Gewalt
Die Schutzambulanz ist ein Angebot des Landkreises Fulda zur Verbesserung der Situation von Gewaltopfern. Opfer interpersoneller Gewalt werden individuell in ihren Möglichkeiten und ihrer persönlichen Situation unterstützt.
Das Angebot ist kostenfrei. Bitte vereinbaren Sie einen Termin.
Vertrauliche Dokumentation von gewaltbedingten Verletzungen
Aktuelle gewaltbedingte Verletzungen werden so dokumentiert, dass diese Dokumentation im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens verwendet werden kann. Dies bedeutet nicht, dass eine Strafanzeige für die Dokumentation erforderlich ist.
Die Dokumentation erfolgt in den Räumen der Schutzambulanz. In Ausnahmefällen kann eine Dokumentation auch an einem anderen geschützten Ort (z. B. Krankenhaus oder Pflegeheim) durchgeführt werden.
Die Erstellung einer gerichtsfesten Dokumentation nimmt etwa zwei Stunden Zeit in Anspruch.
Zum Termin sollten Sie folgendes mitbringen:
- Gültigen Personalausweis oder Reisepass
- Falls vorhanden: ärztliche Befunde, die im Zusammenhang mit der Gewalttat stehen
- Falls eine Anzeige erfolgt ist: das polizeiliche Aktenzeichen.
Alle digitalen Beweismaterialien werden 30 Jahre aufbewahrt, Spurenmaterial und Kleidungsstücke werden drei Jahre aufbewahrt.
Grundsätzlich geschieht in der Schutzambulanz nichts ohne Absprache und Ihr ausdrückliches Einverständnis.
Die Mitarbeitenden der Schutzambulanz unterliegen der Schweigepflicht.
Eine Beratung ohne Dokumentation von Verletzungsfolgen kann auf Wunsch anonym erfolgen.
Hilfe bei sexualisierter Gewalt
Zur Beweissicherung bei sexualisierter Gewalt ist eine zeitnahe fachärztliche Untersuchung in einem Krankenhaus oder in einer gynäkologischen Praxis unbedingt erforderlich. Eine Terminvereinbarung kann über die Schutzambulanz erfolgen.
In der Schutzambulanz können ergänzend Begleitverletzungen am Körper dokumentiert werden.
Unterstützung bei der Weitervermittlung an regionale Beratungsstellen
Die Schutzambulanz ist mit regionalen Beratungs- und Unterstützungsstellen vernetzt. Auf Wunsch von Betroffenen kann über die Schutzambulanz ein Termin (auch anonym) mit der entsprechenden Stelle vereinbart werden. Auch telefonische Kontakte oder Rückrufe können vermittelt werden.
Unterstützung bei Kontaktaufnahme zu Krankenhäusern und Praxen
Eine medizinische Erstversorgung von Gewaltopfern ist in der Schutzambulanz nicht möglich. Sollte diese benötigt werden, bietet die Schutzambulanz Unterstützung bei der Kontaktaufnahme mit regionalen Arztpraxen und Krankenhäusern.
Beratung und Unterstützung bei Gewalt in der Pflege
In Pflegebeziehungen sind – ob im häuslichen oder professionellen Bereich, ob verbal oder körperlich – sowohl Pflegende als auch Patientinnen und Patienten von Gewalt betroffen. Gewalt findet dabei weitgehend unsichtbar statt. Die Schutzambulanz ist Anlauf- und Beratungsstelle für das Thema Gewalt in der Pflege.
Terminvereinbarung
Bitte vereinbaren Sie einen Termin für ein Gespräch oder eine Dokumentation in der Schutzambulanz.
Die Mitarbeitenden der Schutzambulanz sind von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr erreichbar.
Anfragen können telefonisch oder per E-Mail gestellt werden.