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Sprache: Der Schlüssel zur Teilhabe

Ziel der Sprach- und Sprechentwicklung ist die Fähigkeit seine Gedanken und Absichten auszudrücken und sie seiner Umwelt mitzuteilen. 

  • Sprachentwicklung eines Vorschulkindes

    • Die Grammatikentwicklung ist weitestgehend abgeschlossen. Gelegentliche Fehler dürfen noch auftreten, z.B. bei der unregelmäßigen Verbflexion ‚gegangen‘ – ‚gegeht‘.
    • Die Lautentwicklung ist mit circa 5,0 Jahren vollständig abgeschlossen. Ausnahme bildet das umgangssprachlich genannte Lispeln, welches bis 6,0 Jahren noch auftreten kann.
    • Bis zum Vorschulalter kann das Kind alle Sätze und komplexere Zusammenhänge verstehen.
  • Tipps für Eltern

    • Hören Sie Ihrem Kind aufmerksam und geduldig zu und lassen Sie es immer aussprechen.
    • Versuchen Sie den Blick Ihres Kindes zu suchen, wenn Sie etwas Wichtiges sagen wollen. Begeben Sie sich dazu auf Augenhöhe Ihres Kindes, sodass das Kind besser zuhören und zum Beispiel auch auf Ihre Mundbewegungen achten kann.
    • Bestätigen Sie richtig Gesagtes, indem Sie es wiederholen und gegebenenfalls durch weitere Informationen ergänzen („Da kommt der Bus.“ „Ja, da kommt der Bus, mit dem wir immer zur Oma fahren.“).
    • Korrigieren Sie keine Fehler in der Aussprache oder im Satzbau, indem Sie Ihr Kind zum richtigen Nachsprechen auffordern. Gehen Sie vielmehr auf das ein, was Ihr Kind Ihnen sagen möchte, und wiederholen Sie „beiläufig“ das Gesagte in der richtigen Form („Wir sind zum Spielplatz gegeht!“ „Ach, ihr seid zum Spielplatz gegangen!“).
    • Machen Sie sich nicht lustig über ungewöhnliche Wortneuschöpfungen oder wenn Satzbau und Grammatik noch fehlerhaft sind.
    • Wenn Ihr Kind stottert, versuchen Sie, dies nicht weiter zu beachten und zu kommentieren. Geben Sie ihrem Kind Zeit zum Aussprechen und reden Sie mit ihm dann einfach weiter.
    • Vermeiden Sie bei Unterhaltungen, dem Vorlesen etc. Störgeräusche durch beispielsweise einen im Hintergrund laufenden Fernseher oder Radio.
  • Mehrsprachigkeit

    Mehrsprachigkeit stellt kein Risiko für die Sprachentwicklung dar.

    Die mehrsprachige Entwicklung verläuft von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Sie ist beispielsweise abhängig, ab welchem Alter und wieviel, mit wem und in welchem Umfeld Kinder Kontakt zu den jeweiligen Sprachen haben.

    Eine gelungene mehrsprachige Entwicklung bedeutet nicht, alle Sprachen gleich gut beherrschen zu müssen. Im Vordergrund steht, dass das Kind an allen bedeutsamen Interaktionssituationen teilhaben kann und die Umgebungssprache so gut beherrscht, dass ihm ein Bildungserfolg ermöglicht wird.

    Eltern sollten in der Sprache mit ihren Kindern sprechen, die sie selbst am besten beherrschen und in der alle Gefühle ausgedrückt werden können. Meist ist dies die eigene Muttersprache.

Sprachberatung

Das Erlernen einer Sprache und ihrer Regeln ist eine sehr komplexe Leistung, zusammengesetzt aus vielen verschiedenen Bausteinen. Ist einer dieser Bausteine weniger oder nicht ausgeprägt, kann dies ein Stolperstein in der Sprachentwicklung sein.

Wir sind für Sie da,

  • wenn Sie unsicher bezüglich der Sprachentwicklung Ihres Kindes sind.
  • wenn Sie sich fragen, ob und wie Sie Ihr Kind im Alltag unterstützen können.
  • wenn Sie Beratung zu eventuell notwendigen Therapiemaßnahmen benötigen.
  • •wenn Sie Fragen bzgl. Mehrsprachigkeit in Ihrer Familie haben.

Das Angebot kann von Kindern und Jugendlichen ab 12 Monate kostenlos und unverbindlich in Anspruch genommen werden. Das Angebot beinhaltet keine logopädische Therapie. 

Terminvergabe: sprachfoerderung@landkreis-fulda.de oder 0661 6006-6600. 

KISS: Das Kindersprachscreening

An zahlreichen Kindertagesstätten im Landkreis Fulda wird das Kindersprachscreening (KiSS) angeboten. KiSS ist ein systematisches Verfahren zur Überprüfung und Beobachtung des Sprachstandes durch pädagogische Fachkräfte. Es dient der Bestimmung der sprachlichen Fähigkeiten und des Kommunikationsverhaltens.

In Absprache mit den Eltern durchlaufen die Kinder im Alter zwischen vier und viereinhalb Jahren ein spielerisches Screening zum Sprachstand. Die Ergebnisse werden von Sprachexperten, zu dem Logopädinnen gehören, ausgewertet. Darüber erhalten die Eltern Rückmeldung und bei Bedarf Empfehlungen für den Besuch einer fachärztlichen Praxis.

Erzieherinnen und Erzieher werden von dem Fuldaer Expertenteam für KiSS geschult und zerti­fiziert. Kindertageseinrichtungen, die Interesse an KiSS haben, könne sich per Mail an das Gesundheitsamt wenden: sprachfoerderung@landkreis-fulda.de.

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