Medienkonsum – Mit Maß und Spaß
Kinder lernen heute schon sehr früh technische Medien aller Art kennen. Das hat auch Einfluss auf die Hirnentwicklung. Wie stark und in welche Richtung hängt vom Alter, den Inhalten und er Nutzungsdauer ab. Klar ist: Kinder und Jugendliche sind besonders sensibel.
Die Folgen: Durch die vielen schnellen wechselnden Reize wird das Gehirn auf die Reizsuche trainiert. Dadurch kann die Aufmerksamkeitsspanne sinken und der Durchhaltefokus nimmt ab. Planung, Impulskontrolle und Selbstregulation reifen langsamer. Kinder haben weniger Übung in Empathie, Mimik und Gesprächsführung. Auch die Toleranz für „langsame“ Aktivitäten wie Lesen und Lernen sinkt.
Für Eltern gibt es folgende Empfehlungen für einen sinnvollen Umgang mit Bildschirmmedien:
- Sie sind das Vorbild.
- Keine Medien unter 3 Jahren.
- Begleiten Sie Ihr Kind, bleiben Sie zum Thema Medien im Austausch mit Ihrem Kind und sprechen Sie über das Gesehene. Wählen Sie gemeinsam Inhalte aus, nutzen Sie das Internet gemeinsam, schauen Sie gemeinsam Filme im Fernsehen an.
- Formulieren Sie klare Regeln bzgl. Zeiten und Nutzung. Nutzen Sie dafür ggf. Apps.
- Achten Sie auf ausgewählte und pädagogisch sinnvolle Themen. Informieren Sie sich zu „kindersicheren“ Inhalten: Unbedingt zu vermeiden sind Gewalt und andere nicht altersentsprechende Themen, Werbung, Verlinkungen oder In-App-Käufe, schnelle und blinkende Animationen.
- Keine Nutzung von Medien während der Hausaufgaben oder des gemeinsamen Essens.
- Kein Einsatz der Medien als Belohnung oder Strafe.
- Kein Einsatz der Medien als „Babysitter“.
- TV, PC und Spielekonsolen gehören nicht ins Kinderzimmer.
- Keine Mediennutzung kurz vor der Schlafenszeit.
Tipps zur Dauer des Medienkonsums
Grundsätzlich gilt: keine Medien unter 3 Jahren! Sprechen, singen und spielen Sie mit Ihrem Kind. Wenden Sie sich ihm direkt zu und schauen beim Kinderwagenschieben nicht auf Ihr Smartphone!
Richtwerte für den Medienkonsum (Bildschirmzeit)
- für 3- bis 5-Jährige: 30 Minuten pro Tag (wenn möglich begleitet)
- 6- bis 9-Jährige: 60 Minuten pro Tag+ (wenn möglich begleitet)
- ab 10 Jahre: 10 Minuten Bildschirmzeit pro Lebensjahr pro Tag
Allgemeine Hinweise auf eine Schädigung durch Mediennutzung
- Ihr Kind ist gereizt und unruhig, wenn es die Medien nicht nutzen kann.
- Ihr Kind nutzt die Medien, um sich von Kummer abzulenken.
- Ihr Kind vernachlässigt den Alltag, um mehr Zeit für die Medien zu haben.
Negative Folgen einer zu hohen Mediennutzung
- Bewegungsmangel mit daraus resultierender negativer Auswirkung auf die motorische und feinmotorische Entwicklung, Rückenprobleme, Haltungsschäden und Übergewicht
- Konzentrationsprobleme/Lernschwierigkeiten (vor allem reduzierte Merkfähigkeit im Langzeitgedächtnis)
- Einschlafstörungen
- irreparable Sehschwächen
- langsame und/oder fehlerhafte Sprachentwicklung
- erhöhte Gefahr für die Entwicklung von Depressionen, (sozialer) Ängstlichkeit, Angststörungen, Störung des Sozialverhaltens, Realitätsflucht
Förderung der Hirnentwicklung
- direkte Aktionen der Eltern mit dem Kind (Spiele, gemeinsame Aktivitäten)
- aktives Kennenlernen der Welt beim Spielen mit Gleichaltrigen
- Rollenspiele, Toben und Malen sind Lernen
- Bewegung und Sport – Bewegungszeit ist wichtiger als Medienzeit
- „echtes“ körperlich betontes Spielen – fördert die Grobmotorik und soziale Kompetenz
- Hören von medialen Stimmen und Melodien sowie Geräuschen in Maßen
- viele Sinneserfahrungen machen
In den ersten 5 Jahren entwickelt sich das Gehirn am schnellsten.