Naturpark Hessische Rhön
UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und Naturpark Hessische Rhön
Die Rhön, das „Land der offenen Fernen“, gehört zu den außergewöhnlichsten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands. 1991 wurde die länderübergreifende Region von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt und zählt seitdem zu den international bedeutendsten Modellregionen für nachhaltige Entwicklung.
Im Biosphärenreservat stehen Mensch und Natur gleichberechtigt im Mittelpunkt: Ziel ist es, die einzigartige Kulturlandschaft zu bewahren, traditionelle Nutzungsformen fortzuführen und gleichzeitig innovative Wege für Natur-, Klima- und Artenschutz umzusetzen.
Lage und Landschaft
Die Rhön liegt im Dreiländereck von Hessen, Bayern und Thüringen. Das Mittelgebirge ist von weiten Hochebenen, markanten Basaltkuppen, Bergrücken mit steilen und auch sanften Tälern geprägt. Einzigartig sind die häufig waldfreien Hanglagen, die tolle Panoramablicke ermöglichen – daher kommt der Name „Land der offenen Fernen“. Geprägt wird das Panorama von artenreichen Bergwiesen. Zu weiteren wertvollen Lebensräumen gehören auch Moore und Quelllandschaften.
Mit ihren besonderen klimatischen Bedingungen beherbergt die Rhön wichtige Lebensräume. Neben Rhönschaf und Rotmilan sind hier zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten zuhause.
Markante Orte im Kreis Fulda sind die Wasserkuppe als höchster Berg Hessens, die Milseburg und das Rote Moor. Die hessische Rhön erstreckt sich im östlichen Teil des Landkreises Fulda über
- Dipperz
- Ebersburg
- Ehrenberg
- Gersfeld
- Hilders
- Hofbieber
- Nüsttal
- Poppenhausen
- Rasdorf und
- Tann
sowie über Teile von
- Eichenzell
- Eiterfeld
- Hünfeld
- Kalbach (Uttrichshausen) und
- Künzell.
Naturpark und Naturerlebnis
Bereits im Jahr 1962 wurde der Naturpark Hessische Rhön ausgewiesen. Das Ziel: die touristische Infrastruktur auszubauen und ein hochwertiges Wanderwegenetz zu bieten. Heute ergänzt er die Arbeit im Biosphärenreservat durch ein starkes Angebot an Erholung und Umweltbildung.
Ziel ist ein sanfter Tourismus, der Naturerlebnis und Schutzgedanken miteinander verbindet und die Region für Einheimische und Gäste lebenswert macht.
Besonders zum Wandern ist die Rhön ein Highlight: Der Hochrhöner®, einer der bekanntesten Premiumwanderwege Deutschlands, führt über offene Höhenzüge mit spektakulären Fernblicken. Gut ausgebaute Wege, naturverträgliche Infrastruktur und zahlreiche Info- und Erlebnispunkte unterstützen einen nachhaltigen Besuch.
Projekte im Biosphärenreservat
UNESCO-Biosphärenreservate wie die Rhön sollen Modellregionen für nachhaltige Entwicklung sein. Hier werden neue Ideen entwickelt und zahlreiche Projekte umgesetzt - in vier Aufgabenfeldern:
- Natur- und Artenschutz
- Forschung und Monitoring
- Bildung und Kommunikation
- Tourismus und regionale Produkte.
Hierbei arbeiten zahlreiche Akteurinnen und Akteure Hand in Hand – Kommunen, Bildungseinrichtungen, Naturschutz, Landwirtschaft, Wirtschaft und Tourismus und nicht zuletzt die Rhöner Bevölkerung.
Im Landkreis Fulda wurden von 2016 bis 2024 mit dem von der EU geförderten LIFE-Projekt „Rhöner Bergwiesen“ messbare Erfolge im Erhalt bedrohter Zielarten und Lebensräumen erreicht.
Im Jahr 2014 wurde das länderübergreifende Biosphärenreservat als Sternenpark Rhön ausgezeichnet. Hiervon profitieren der Klima- und Artenschutz und der Tourismus.
Rhönschaf und Rotmilan, Apfelinitiative und Dachmarke Rhön, Hochrhöner und Extratouren sind weitere Beispiele für besondere Markenzeichen und identitätsstiftende Projekte.
Auch die Bildungslandschaft im Landkreis Fulda wird dank der Arbeit im Biosphärenreservat bereichert – durch Angebote wie Junior und Senior Ranger, die Zertifizierung von Biosphären-Schulen und -Kitas sowie jährlich Hunderte Veranstaltungen, darunter Natur- und Erlebnisführungen, Märkte und vieles mehr.
Umweltbildung
Klassische Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sind zentraler Auftrag im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Zahlreiche Angebote richten sich an Kindergärten, Schulklassen, Jugendgruppen, Familien, Vereine, Touristinnen und Touristen sowie alle Bewohnerinnen und Bewohner, die die Natur bewusst erleben und verstehen möchten.
Zu den Programmen gehören u. a.:
- Ranger-Führungen und Exkursionen mit Zertifizierten Natur- und Landschaftsführer/Innen zu Flora, Fauna und Kulturlandschaft
- Workshops zu Artenvielfalt, nachhaltigem Konsum und Klimawandel
- Veranstaltungen zu aktuellen Naturschutz- und gesellschaftspolitischen Themen in Infozentren und Naturerlebniseinrichtungen
- Fortbildungen für Multiplikatoren wie Lehrkräfte und Erzieherinnen im Bereich der Umweltbildung, Natur- und Erlebnispädagogik
- Altersentsprechende Angebote für Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen sowie Jugendgruppen – gemeinsam mit dem Ranger Lebensräume der Rhön erkunden. Themenschwerpunkte sind mit dem Sachgebiet der Ranger individuell abzustimmen. Ein offizielles Anfrageformular ist im Sekretariat der Hessischen Verwaltungsstelle erhältlich.
- Apfelpressen für Kindergärten, Grund- und Förderschulen
- Bürgerwissenschaftliche Projekte zum Mitmachen
- Junior-Ranger-Gruppen
- Senior-Ranger-Gruppen
- Biosphären-Schulen und -Kitas
Ziel ist es, Naturwissen zu vermitteln, Begeisterung zu wecken und ein nachhaltiges Miteinander von Mensch und Natur erlebbar zu machen. Lernen in der Rhön heißt: Entdecken, Staunen, Mitmachen.
Ehrenamtlich engagieren
Ehrenamtliches Engagement ist ein Herzstück im Biosphärenreservat Rhön. Viele Projekte wären ohne die Unterstützung engagierter Menschen nicht möglich. Für Interessierte gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich einzubringen – ganz nach persönlichen Interessen und zeitlichen Ressourcen.
Typische Einsatzbereiche:
- Pflege und Erhalt von Streuobstwiesen
- Unterstützung bei Artenschutz- und Pflanzmaßnahmen
- Mitarbeit in Projekten der Landschaftspflege
- Unterstützung bei Monitoring- und Forschungsarbeiten

