Sternenpark Rhön
Zahlreiche Kommunen im Landkreis Fulda widmen sich dem Schutz der Nacht. Im Sternenpark Rhön ist es Ziel, die natürliche Dunkelheit zu bewahren. Lichtverschmutzung, also die Aufhellung des Nachthimmels durch weit gestreutes Licht, soll bestmöglich eingedämmt werden. Erreicht wird das mit einer angepassten, rücksichtsvollen Beleuchtung.
Diese Bemühungen schützen nicht nur die Artenvielfalt, das Klima und die Gesundheit. Auch der einzigartige Rhöner Sternenhimmel soll so langfristig erhalten werden. Dank der relativ geringen Lichtverschmutzung sind hier Tausende Sterne, Sternschnuppen und andere Himmelsphänomene zu sehen.
Was ist der Sternenpark?
Der Titel Sternenpark wird durch die International Dark Sky Association (IDA) an Gebiete mit einer besonders schützenswerten und nahezu natürlichen Nachtlandschaft verliehen. Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen ist im August 2014 auf Antrag der ARGE Rhön von der IDA als Internationaler Sternenpark anerkannt worden. Mit der Auszeichnung verpflichtet sich die Region freiwillig dazu, Lichtverschmutzung bestmöglich zu reduzieren. Die Maßnahmen im Sternenpark werden jedes Jahr dokumentiert und von der IDA neu evaluiert.
Mit der Auszeichnung als Sternenpark ist für die Region zudem ein Wertschöpfungspotenzial für den Tourismus geschaffen worden. Oberstes Ziel ist hierbei ‒ wie bei allen Erlebnisangeboten im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ‒ die Vereinbarung von Tourismus und Naturschutz auf Grundlage einer effizienten Besucherlenkung.
Wo liegt der Sternenpark?
Der Sternenpark Rhön ist kein "Erlebnispark" mit Eingang und Ausgang. Im wesentlichen erstreckt er sich über die Gebietskulisse des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Hessen, Bayern und Thüringen. Aber auch Kommunen außerhalb der Rhön haben die Beleuchtungsrichtlinie des Sternenparks Rhön unterzeichnet und setzen sich für den Schutz der Nacht ein.
Die Sternenpark-Kommunen im Landkreis Fulda sind:
- Dipperz
- Ebersburg
- Ehrenberg
- Eichenzell
- Gersfeld
- Hilders
- Hofbieber
- Hünfeld
- Künzell (als Kommune außerhalb des Biosphärenreservats)
- Neuhof (als Kommune außerhalb des Biosphärenreservats)
- Petersberg (als Kommune außerhalb des Biosphärenreservats)
- Poppenhausen
Was wird gemacht?
Die Sternenpark-Kommunen haben eine spezielle Beleuchtungsrichtlinie unterzeichnet und sich somit freiwillig zur umweltfreundlicheren Umrüstung ihrer Beleuchtung verpflichtet. Sie arbeiten dabei mit der Sternenpark-Koordinierungsstelle beim Landkreis Fulda sowie den örtlichen Energieversorgern eng zusammen.
Gemäß den Sternenpark-Richtlinien erfüllen die Beleuchtungsanlagen vier grundlegenden Parameter: zielgerichtete Lichtlenkung, angepasste Lichtmengen, bedarfsorientierte Beleuchtung und warme Lichtfarben.
Richtig beleuchten – wie geht das?
Es gibt viele Möglichkeiten, Lichtverschmutzung zu reduzieren. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen und Kommunen können sich an folgenden Fragen orientieren:
- Ist die künstliche Außenbeleuchtung wirklich notwendig?
- Wie lange ist die Beleuchtung notwendig?
- In welchen Bereichen wird das Licht benötigt (Lichtlenkung auf die Nutzfläche)?
- Welches Leuchtmittel (Lampe) ist geeignet?
Beim Leuchtmittel auf eine warme Lichtfarbe bis maximal 3000 Kelvin, noch besser: bis maximal 2700 Kelvin, achten. Auch die Lichtmenge beachten: 200–300 Lumen reichen für Privathäuser aus, für größere (Hof-)Flächen sind 500 bis maximal 800 Lumen ausreichend.
Auch bereits bestehende Beleuchtung kann durch Umrüstung verbessert werden:
- Lichtlenkung: Kann die Leuchte nachträglich so eingestellt werden, dass sie nur auf die Nutzfläche strahlt?
- Lichtfarbe: Durch den Einsatz von Filterfolie kann grelles Licht wärmer gestaltet werden.
- Beleuchtungsumfang und Dauer: In welchem Maße – also wie viel – Licht wird eingesetzt?
- Intelligente Beleuchtung: Werden gut eingestellte Bewegungsmelder oder besser noch Zeitschalter eingesetzt, um das Licht bedarfsorientiert zu steuern?
Den Sternenhimmel erleben
Von der Auszeichnung als Sternenpark profitiert auch der Tourismus in der Rhön. Ziel ist das Zusammenspiel von Erleben und Sensibilisieren: Bei Führungen mit zertifizierten Sternenführerinnen und Sternenführern werden Einheimische und Gäste für das Thema Schutz der Nacht sensibilisiert. Hinzukommen zahlreiche weitere Angebote wie die Rhöner Himmelsschauplätze.
Wichtig beim Erleben der dunklen Rhöner Nacht: Die Nacht soll dunkel bleiben! Und die Tiere sollen nicht gestört werden. Für das Beobachten der Sterne gibt es daher ausgewiesene Plätze. Bitte die ausgewiesenen Wege nicht verlassen und Licht und Lärm vermeiden.
