Im Einsatz für den Wachtelkönig
Zum Frühling und zur Brutzeit beginnt im Landkreis Fulda jedes Jahr die Kartiersaison. Erfasst werden die Orte, an denen seltene oder geschützte Arten brüten. Außerdem wird dokumentiert, wie viele es sind. So können gezielt Schutzmaßnahmen geplant werden.
So auch für den Wachtelkönig (Crex crex). Er ist ein Wiesenbrüter und in ganz Deutschland und Hessen vom Aussterben bedroht. In der Rhön kommt er noch regelmäßig vor – dank der Schutzmaßnahmen. So gab es im Jahr 2023 in der hessischen Rhön 20 Wachtelkönig-Reviere. In ganz Hessen waren es insgesamt 27. Damit brüteten knapp drei Viertel aller hessischen Wachtelkönige in der Hochrhön, was die große Bedeutung dieses Lebensraums für den Bodenbrüter und viele weitere Arten zeigt.

2025 waren rund die Hälfte aller Wachtelkönige im Land in der Hochrhön zuhause. Der hessische Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön ist daher das mit Abstand größte und auch einzige alljährlich von der Art genutzte Brutgebiet im Land.
Nur durch die Zusammenarbeit von allen Beteiligten ist es möglich, so seltene Vögel wie den Wachtelkönig im Landkreis Fulda zu erhalten.
Was sind die Schutzmaßnahmen?
Der Fachdienst Natur und Landschaft des Landkreises Fulda plant mit Landwirtinnen und Landwirten, wann Flächen im Brutgebiet gemäht oder beweidet werden. Es werden Schonflächen stehengelassen oder Teile der Flächen nicht voll genutzt, um die am Boden stattfindenden Bruten des Vogels zu schützen. Für Ernteverluste gibt es Geld aus Naturschutzmitteln.
Wie kann die Bevölkerung dem Wachtelkönig und anderen Bodenbrütern helfen?
Während der Brut- und Setzzeit von März bis September sollten die ausgewiesenen Wege nicht verlassen und Hunde an die Leine genommen werden. Sollten Sie einen Wachtelkönig hören, können Sie dies gerne an uns melden.
Wo ist der Wachtelkönig im Winter?
Den Winter verbringt der Wachtelkönig vor allem in Afrika südlich des Äquators.
Wann kommt der Wachtelkönig (zurück) in die Rhön?
Nach Hessen kehrt er meist zwischen Mitte Mai und Mitte Juni zurück. Zuerst treffen die Männchen ein und suchen passende Brutreviere aus.
Was sind typische Lebensräume?
Bevorzugt werden offene Wiesen mit ausreichend hohem Aufwuchs, der als Deckung benötigt wird. Von hier aus locken die Männchen mit ihren lauten Rufen, die oft stundenlang nachts ertönen, die darüber fliegenden Weibchen an. Diesem auffälligen Rufton verdankt der Wachtelkönig den landläufigen Namen „Wiesenknarrer“ als auch seinen wissenschaftlichen Namen Crex crex.
Wie viele Eier legt der Wachtelkönig?
Nach der Paarung legt das Weibchen 7 bis 12 Eier und brütet sie aus. Die zu Beginn tiefschwarzen Küken verlassen das Nest sehr schnell und werden von dem Weibchen geführt, bis sie selbstständig sind.
Was frisst der Wachtelkönig?
Der Wachtelkönig ernährt sich vor allem von Insekten und anderen kleinen wirbellosen Tieren. Auch Samen und grüne Pflanzenteile stehen auf dem Speiseplan. Damit die Jungvögel erfolgreich aufwachsen können, ist es wichtig, dass die Flächen nicht mehr bewirtschaftet werden, sobald ein Männchen sich niedergelassen hat. Diese Ruhepause sollte bis Ende August oder Anfang September andauern.
